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Georgisches Alphabet

Georgisches Alphabet

Hinweise zur Schreibweise georgischer Namen in der Wikipedia finden sich in den Georgisch-Namenskonventionen. ---- Georgisch-Namenskonventionen Das georgische Alphabet (georgisch ქართული ანბანი, Kartuli Anbani) gehört zu den ältesten weltweit und ist eines der etwa 14 Alphabete, die weltweit Verwendung finden. Es hat als Schrift- und Literatursprache eine lange Tradition.

Reihenfolge

Die Anordnung der Buchstaben im Alphabet entspricht der Reihenfolge des Altgriechischen Alphabets, obwohl die Buchstaben keine Abwandlungen der Griechischen Schrift sind. Am Ende des georgischen Alphabets befinden sich alle Laute, die im Altgriechisch keine Entsprechung haben.

Geschichte

Die georgische Schrift wurde im 3. Jahrhundert v. Chr. (284 v. Chr.) vom König von Iberia Parnavaz I geschaffen. Schriftzeugnisse in georgischer Sprache sind seit dem 5. Jahrhundert überliefert, darunter Inschriften und Bibelübersetzungen. Bis ins 11. Jahrhundert wurde Nuschuri (Aussprache: //) verwendet. Georgisch war lange Zeit die einzige südkaukasische Sprache mit einem eigenen Schriftsystem.

Mchedruli

Das heutige Mchedruli (georgisch მხედრული von Mchedari = Ritter, Kämpfer) besteht aus 33 Buchstaben (28 Konsonanten, 5 Vokale) und kennt keine Unterscheidung zwischen Klein- und Großbuchstaben. Jedem Phonem ist genau ein Buchstabe zugeordnet. Es stammt aus dem 10. Jahrhundert und geht auf ältere Schriften zurück. Es löste im 17. Jahrhundert Nuschuri ab.

Transkription

Zur korrekten Darstellung der folgenden Zeichen, die das georgische Alphabet Mchedruli darstellen, ist u. U. ein bestimmter Zeichensatz nötig (mehr dazu im Abschnitt Darstellung im Rechner weiter unten). In der nachfolgenden Tabelle sind die Zeichen, ihr Unicode, ihr Name und verschiedene Umschriften angegeben. In Spalte 1 steht die offizielle Transliteration der Georgischen Akademie der Wissenschaften, in Spalte 2 der ISO-Standard 9984:1996, in Spalte 3 ein hauseigener Vorschlag für eine deutsche Transkription, der sich an andere Konventionen zur Transkription lateinischer Schriften (z. B. Kyrillisch) anlehnt und zu Schreibweisen georgischer Namen führt, wie sie üblicherweise in deutschsprachigen Medien verwendet werden. Diese Transkription wird in der Wikipedia selbst angewendet. # Zwischen zwei Vokalen wird das stimmlose ს mit ss umschrieben.

Textbeispiele

Kyrillisch Kyrillisch, deutsch und georgisch beschriftet]]

Darstellung im Rechner

In den meisten Betriebssystemen müssen besondere Einstellungen vorgenommen werden oder Schriftarten nachinstalliert werden, damit georgische Schriftzeichen, etwa in obiger Tabelle, korrekt angezeigt werden. Erfolgen diese Einstellungen nicht, werden üblicherweise Kästchen oder Fragezeichen statt der Schriftzeichen angezeigt. Unter Windows XP lassen sich georgische Schriftzeichen verhältnismäßig leicht aktivieren. Hierzu müssen in der Systemsteuerung die Regions- und Sprachoptionen geändert werden. Auf der dortigen Registerkarte Sprachen müssen die Auswahlfelder im Bereich Zusätzliche Sprachen aktiviert werden. Unter Windows 2000 müssen die enstprechenden Einstellungen in der Systemsteuerung unter Ländereinstellungen vorgenommen werden. Auf manchen Internetseiten in georgischer Sprache werden spezielle georgische Schriftarten verwendet, in denen üblicherweise die georgischen Buchstaben anstelle einiger lateinischer Schriftzeichen vorhanden sind, die nur in manchen Sprachen benötigt werden. Andere Seiten benutzen Unicode, d. h. den Zeichensatz, der alle Alphabete enthält. Kategorie:Alphabet

Weblinks


- [http://www.unicode.org/charts/PDF/U10A0.pdf Unicode-Codetabellen für Georgisch] (PDF)
- [http://www.georgienseite.de/Service/sprachfuehrer.html Georgisches Alphabet mit deutschen Entsprechungen]
- [http://www.alanwood.net/unicode/fonts.html#georgian Freie Schriftarten für Georgisch]
- [http://geowin.hypermart.net/start.htm Ein sehr einfaches und gutes Programm zum Darstellen von georgischen Schriften]
- [http://ncnever.free.fr/translit/ Direkte Transliteration Lateinisch ↔ Georgisch] Alphabet, Georgisches ja:グルジア文字

Wikipedia:Namenskonventionen/Georgisch

Auf dieser Seite ist der Umgang mit georgischen Namen in der de-Wikipedia geregelt. Die georgische Sprache verfügt über ein eigenes Schriftsystem (Mchedruli). Um Namen von Orten oder Personen aus Georgien in deutschen Texten darzustellen, ist daher eine Übertragung der Schriftzeichen in das lateinische Alphabet nötig. Die Übertragung nennt man Transkription. Leider existieren mehrere Systeme zu Transkription, die jedoch meist an englische Sprachgepflogenheiten angelehnt sind. Ihre Anwendung würde in einer deutschsprachigen Enzyklopädie zu sehr ungewohnten Schreibungen prominenter Georgier oder georgischer Ortsnamen führen. So schreibt man Eduard Schewardnadse im Englischen beispielsweise Eduard Shevardnadze, die Stadt Rustawi schreibt sich dort Rustavi. Aus diesem Grund wurde für die Wikipedia eine praxistauglichere und an deutsche Sprachgepflogenheiten angelehnte Transkription entwickelt. Diese ist im Artikel georgisches Alphabet im Abschnitt Transkription als deutsche Transkription zu finden. Ihre Verwendung wird für georgische Namen in der de-Wikipedia empfohlen. Innerhalb der Wikipedia stehen folgende Benutzer als Ansprechpartner bei der Umsetzung der Konventionen für Fragen und Antworten zur Verfügung: Benutzer:Stern.

Formatierung

Idealerweise führt man beim ersten Auftreten eines Namen dessen Originalschreibweise in georgischen Zeichen auf. Ergänzend zur Formatvorlage Biografie hat es sich als üblich herausgestellt, einen Artikel folgendermaßen zu beginnen, um die georgische Schrift einzubinden: Hierbei sollte insbesondere darauf geachtet werden, die georgischen Zeichen mit dem Doppelapostroph kursiv zu setzen. Fälschlich wird dies vergessen oder stattdessen Anführungszeichen benutzt. Nach den georgischen Zeichen steht ein Semikolon.

Georgische Sprache

Hinweise zur Schreibweise georgischer Namen in der Wikipedia finden sich in den Georgisch-Namenskonventionen. ---- Die georgische Sprache (auch Georgisch; georgisch ქართული ენა, Kartuli Ena) ist Amtssprache in Georgien und wird von etwa 4 Millionen Menschen gesprochen (Stand 1993). Der Language Code ist ka bzw. geo oder kat (nach ISO 639). Das Georgische gehört mit Mingrelisch, Lasisch und Swanisch zu den kartwelischen Sprachen (siehe auch [http://en.wikipedia.org/wiki/South_Caucasian_languages])

Phonologie

Georgisch hat fünf vokalische und 28 konsonantische Phoneme, darunter auch Ejektive. Die Konsonanten können sehr große Konsonantenanhäufungen bilden. Jedes Phonem wird durch je einen bestimmten georgischen Buchstaben dargestellt. Lautverändernde Buchstabenfolgen (wie etwa im Deutschen bei "ei") gibt es nicht. Die Betonung ist sehr schwach und nicht bedeutungsunterscheidend. Bei zwei- und dreisilbigen Wörtern liegt sie meistens auf der ersten, bei viersilbigen auf der zweiten Silbe. Ja-Nein-Fragen werden anders als im Deutschen mit einer steigend-fallenden Intonation realisiert, wobei der letzte Vokal der Frage beträchtlich gedehnt wird. Siehe auch: Georgisches Alphabet

Grammatik

Georgisch ist eine agglutinierende Sprache. Georgisch hat keine Genus-Unterscheidung und keine Artikel. Statt der zum Beispiel im deutschen üblichen Präpositionen verwendet georgisch Postpositionen, die entweder allein stehen oder an das Nomen angefügt werden können. Ein deutsches Beispiel für eine Postposition ist „den Fluss entlang“. Georgisch hat 7 Fälle, (Nominativ, Dativ, Genitiv, Instrumental, Adverbial, Vokativ und Narrativ). Der Narrativ ist ein Ergativ, der nur bei bestimmten Verbformen (Im Georgischen zum Beispiel beim Aorist) auftritt. Die Wortstellung ist relativ frei. Die konjugierten Formen des Verbs hängen sowohl vom Subjekt als auch vom direkten oder indirekten Objekt ab.

Wortschatz

Das georgische Zahlsystem ist vigesimal, das heißt, es basiert auf der Einheit 20; 55 wäre also „zweimalzwanzigundfünfzehn“. Georgisch hat zahlreiche Lehnwörter aus dem Türkischen, Persischen, Arabischen, Russischen und Englischen übernommen.

Familiennamen

Viele georgische Familiennamen enden auf „-dse“ (Altgeorgisch „Sohn“), „-schwili“ („Kind“), „-ia“ (Mingrelische Familiennamen), „-ani“ (Swanische Familliennamen), „-uri“ (Chewsurische Familiennamen) u. a., wobei die unterschiedlichen Endungen bestimmten Regionen des Landes ungefähr zuzuordnen sind. Josef Stalins ursprünglicher Name war Dschugaschwili, bekannt ist auch der ehemalige Präsident Eduard Schewardnadse, der unter Gorbatschow Außenminister der Sowjetunion war und im November 2003 bei der „Revolution der Rosen“ gestürzt wurde.

Weblinks


- [http://ka.wikipedia.org/ Georgische Wikipedia]
- [http://www.sprachvermittler.com/Sprachen/Georgisch/georgisch.html Kurzbeschreibung der georgischen Sprache (de)]
- [http://members.tripod.com/ggdavid/georgia/language/gphrases.htm Kleiner Sprachführer Georgisch mit Sounddateien (en)]
- [http://www.armazi.demon.co.uk/georgian/grammar.html Online-Grammatik Georgisch (en)]
- [http://webdisk.berkeley.edu/~shorena/grammar.html Online-Grammatik Georgisch (en)]
- [http://www.foreignword.com/dictionary/Georgian/ Deutsch-Georgisches Online-Wörterbuch]
- [http://armazi.uni-frankfurt.de/indexd.htm?armaz4m.htm#dProjekt Datenbank für ein elektronisch historisches Wörterbuch der georgischen Sprache (de, en, ge)]
- [http://www.theiling.de/schrift/#georgian Georgische Schrift online lernen] Sprache, Georgische ja:グルジア語 th:ภาษาจอร์เจีย

Alphabet

Ein Alphabet (das, altgriechisch ἀλφάβητος [alphábētos]) ist eine Menge von Zeichen zur Abbildung von Lauten einer Sprache. Der Name Alphabet geht auf die ersten beiden Buchstaben des griechischen Schriftsystems zurück (Alpha – α, Beta – β). Analog dazu sagt man im Deutschen A-B-C. Die festgelegte Reihenfolge erlaubt alphabetische Anordnungen, z.B. in Wörterbüchern. Im Unterschied zu piktografischen bzw. logografischen Systemen, bei denen die Zeichen für Dinge stehen (z.B. Rind, Haus, Kamel), ist ein Alphabet ein phonographisches System: Die Zeichen stehen für Laute, die in der Kombination Worte ergeben. Im Unterschied zur Silbenschrift stehen die Zeichen des Alphabetes in der Regel für jeweils nur ein Phonem.

So funktioniert ein Alphabet

Die Buchstaben eines Alphabetes sind Symbole für die kleinsten bedeutungsunterscheidenden Einheiten der Sprache, die Phoneme (zum Beispiel unterscheiden t und s in Haut und Haus die Bedeutung der Worte). Lautliche Unterschiede, die zwar als solche wahrgenommen aber für eine Sprache nicht bedeutungsunterscheidend sind, bezeichnet man als Allophone (vgl. den Unterschied des ch in Ach! und ich). Alphabete geben also nicht die Laute (siehe Phon) einer Sprache als Buchstaben wieder, sondern Gruppen von Lauten. In einem idealen Alphabet korrespondierte jedem Phonem genau ein Buchstabe. In der Praxis finden sich aber fast immer Abweichungen: Es können
- die selben Zeichen für verschiedene Laute gelten (z.B. v in Vogel und Vase)
- die selben Laute mit verschiedenen Zeichen notiert werden (z.B. [f] in Vogel und Fisch).
- mehrere Zeichen für ein einziges Phonem stehen (deutsch sch, engl. sh) Darüber hinaus geht die Korrespondenz von Laut und Zeichen auch durch den natürlichen Sprachwandel verloren (vergleiche englisch sign, lateinisch signum). Fehlen in einem Schriftsystem Zeichen für Phoneme, können sprachliche (inhaltliche) Unterschiede eventuell nicht schriftlich wiedergegeben werden. So bestanden einige Alphabete ursprünglich nur aus Konsonanten (Konsonantenschrift). Später wurden sie mit Zeichen für Vokale ergänzt, die als kleine Zusätze (z.B. Punkte, Striche) zu den Konsonanten gesetzt wurden (hebräisches und arabisches Alphabet). Die Schriftsysteme für die meisten europäischen Sprachen sind Varianten des Lateinischen Alphabets. Dabei wurden den Zeichen für lateinische Laute ähnliche Laute der jeweiligen Sprache zugeordnet. Die selben Zeichen standen in den verschiedenen Sprachen für teilweise unterschiedliche Laute. Zudem ist es im Zuge der Sprachentwicklung zu weiteren Veränderungen der Aussprache gekommen (vgl. j im Deutschen und Englischen). Da die Zahl der Phoneme in den verschiedenen Sprachen unterschiedlich ist, genügte der Zeichenvorrat des Lateinischen Alphabetes oft nicht. Deshalb wurden zur Darstellung der betreffenden Phoneme Buchstabenkombinationen (ou, ch, sz) und diakritische Zeichen eingeführt(ö, š). Daneben wurden Varianten der ursprünglichen lateinischen Zeichen (i/j, u/v]) und Ligaturen (ae > æ, uu/vv > w, sz/ss > ß) zu eigenständigen Zeichen weiterentwickelt und gelegentlich auch Buchstaben aus anderen Alphabeten übernommen (þ). Genaueres siehe unter "Lateinisches Alphabet"; siehe auch "Ligatur".

Phonetisches Alphabet

Ein absolut phonetisches Alphabet wäre in der Praxis unbrauchbar, weil es aufgrund der unzähligen Nuancen einer Sprache unzählig viele Zeichen hätte. Ein in Bezug auf die phonetische Wiedergabe optimiertes Alphabet ist das IPA, bei dem man versucht, möglichst vielen Lautnuancen ein Zeichen zuzuordnen. Man spricht auch von phonetischen Alphabeten, wenn sie phonetische Aspekte ausgeprägt berücksichtigen (z.b. georgisches Alphabet) Eine phonemische Schreibweise behandelt unterschiedliche Aussprachen desselben Phonems gleich. So wird z. B. in der deutschen Orthografie die unterschiedliche Aussprache des Phonems /d/ von "Hund" in Hund und Hunde nicht berücksichtigt.

Bedeutung der Erfindung

Die kulturhistorische Bedeutung der Erfindung des Alphabetes (im Sinne der Definition), die auf die Phönizier zurückgeht, ist die Erkenntnis, dass die Sprache ein Lautsystem aus nur wenigen Elementen darstellt und sich auch als solches grafisch abbilden lässt. „Die menschlichen Sprechwerkzeuge können zwar eine riesige Zahl von Lauten erzeugen, doch beruhen fast alle Sprachen auf dem formalen Wiedererkennen von nur ungefähr vierzig dieser Laute durch die Mitglieder einer Gesellschaft.“ (Jack Goody) Um die Aufzeichnungen der alten Ägypter verstehen zu können, musste man Hunderte, später sogar Tausende Hieroglyphen lernen. Nun genügten zwei Dutzend Zeichen, um sämtliche Gedanken, die überhaupt denkbar sind, zu notieren. Die Einfachheit dieses Systems begünstigte dessen Verbreitung über die halbe Welt.

Spezifische Alphabete und Schriftsysteme


- Deutsches Alphabet
- Liste der Schriftsysteme
- Hebräisches Alphabet
- Arabisches Alphabet
- Georgisches Alphabet
- Griechisches Alphabet
- Kyrillisches Alphabet
- Lateinisches Alphabet
- Fingeralphabet
- Telefonalphabet
- Chinesisches Schriftsystem
- Japanisches Schriftsystem
- ICAO Alphabet
- Beghilos ---- Siehe auch: Schrift, Literalität, Alphabetische Schrift, Funkalphabet, Schriftart, Letter, Buchstabe, Analphabeten, Legastheniker

Weblinks


- [http://www.alphabetpage.com/ Europäische Alphabete mit Aussprache (benötigt Quicktime)]
- [http://evertype.com/alphabets/index.html Vollständige Listen europäischer Alphabete]
- [http://www.reliefdruck.com/alphabet.htm Persiflage auf das Alphabet - eine Gemeinschaft von sechsundzwanzig Typen]
- [http://www.omniglot.com/ Sammlung von Alphabeten der Welt] ! als:Alphabet ja:アルファベット ko:자모 문자 ms:Aksara simple:Alphabet th:อักษร

Literatursprache

Als Literatursprache bezeichnet man entweder eine Sprache in der sich eine nennenswerte schöngeistige Literatur entwickelt hat (vgl. mit Kultursprache) oder in einem engeren Sinne eine Sprache die zwar geschrieben und gelesen, aber nicht oder nur sehr selten gesprochen oder zur mündlichen Kommunikation gebraucht wird. (siehe auch Sakralsprache) Literatursprachen können sein:
- Alte nicht mehr gesprochenen Formen einer Sprache, die aber weiterhin geschrieben und gelesen werden und so eine wesentlichen Bestandteil der Kultur eines Volkes spielen. Beispiele:
  - Latein im Mittelalter
  - Hocharabisch seit dem Mittelalter bis heute
  - Klassisches Chinesisch vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert
  - Sanskrit von etwa 500 v.Chr. bis in unsere Zeit
  - Hebräisch von der Antike bis ins frühe 20. Jahrhundert
  - Talmud-Aramäisch seit dem Mittelalter bis heute
  - Mittelsyrisch für viele Ostkirchen
- Nur als Dachsprache gebrauchte Formen einer Sprache. Beispiele:
  - Neuhochdeutsch von Martin Luther bis ins 18. Jahrhundert und teilweise noch bis heute (Schweiz)
  - Rumantsch grischun als Dachsprache für die rätoromanischen Dialekte Graubündens seit den achtziger Jahren des 20 .Jahrhunderts
  - Ladin dolomitan als Dachsprache für die rätoromanischen Dialekte Südtirols und angrenzender Gebiete erst seit kurzem.

Vergleiche mit:

Ausbausprache ~ Buchsprache ~ Dachsprache ~ Hochsprache ~ Kultursprache ~ Schriftsprache ~ Standardsprache Kategorie:Sprache

Buchstabe

Ein Buchstabe ist ein Zeichen, das in einer menschlichen alphabetischen Schriftsprache Verwendung findet. Phoneme werden in Gestalt von Graphemen fixiert. Ein Alphabet ist die Gesamtheit der Buchstaben einer phonembasierten Schriftsprache.

Etymologie

Das Wort entstand wahrscheinlich aus den germanischen, zum Los bestimmten Runenstäbchen (
- bōks
). In Buchenstäbchen ritzten die Germanen ihre Runen. Diese wurden als Orakel für wichtige Entscheidungen benutzt. Von den kultisch wichtigen Buchen-Stäbchen leitet sich das Wort Buchstabe ab. Nach manchen Erklärungen auf den kräftigen Zentralstrich der Runen.

Buchstabieren

Beim Buchstabieren von schwierigen Wörtern oder Eigennamen, insbesondere bei Funk- und Fernsprechverbindungen, greift man zur Vermeidung von Falschübermittlungen auf das Hilfsmittel der Buchstabiertafel zurück. Dabei werden einzelne Buchstaben durch Wörter ersetzt, deren Anfangsbuchstabe für den genannten Buchstaben steht.

Schriftarten

Neben phonembasierten existieren auch so genannte Ideogramm-basierte Schriften (z.B. die asiatischen Schriftzeichen). Sie basieren auf Symbolen bzw. Piktogrammen und stellen ganze Wörter dar. Die Germanen nahmen die Zweige der Buche und legten damit ihre Runen. Daher stammt der Begriff "Buchstabe" -> Stab (Zweig) der Buche.

Siehe auch


- Buchstabenhäufigkeit
- Majuskel
- Minuskel
- Typografie
- Buch

Weblinks


- [http://www.typolexikon.de/b/buchstabe.html Wolfgang Beinert: Der lateinische Buchstabe] Kategorie:Schriftzeichen Kategorie:Schreibtechnik als:Buchstabe

Griechische Schrift

Das griechische Alphabet bezeichnet die Schrift sowohl im modernen Griechenland, auf Zypern und unter Auslandsgriechen (Neugriechisch) als auch im weiteren griechischen Kulturraum der Antike und des Mittelalters (Altgriechisch). Neben dem Griechischen wird noch Koptisch mit einem um einige Buchstaben erweiterten griechischen Alphabet geschrieben.

Geschichte

Koptisch

Vorläufer

Das erste griechische Alphabet war die kretisch-mykenische Silbenschrift Linear B (14.-12. Jhd. v. Chr), die jedoch während der so genannten „dunklen Jahrhunderte“ (12. - 9. Jhd. v. Chr.) wieder in Vergessenheit geriet.

Entstehung

Das klassische griechische Alphabet hat sich allerdings nicht aus dem Linear B, sondern aus dem phönizischen Alphabet entwickelt. Bei der Adaption der älteren, phönizischen Konsonantenschrift bestand die Schwierigkeit, dass das Griechische keine wurzelflektierende Sprache wie die semitischen Sprachen war, sondern die Vokale wesentlicher Bestandteil des Wortstammes waren. Zudem besaß das Griechische deutlich mehr Vokal-Phoneme. Daher war die vokallose, phönizische Schrift im Griechischen häufig mehrdeutig. Also wurden Zeichen, die für die griechische Sprache nicht benötigt wurden oder die Halbvokale waren, für Vokale benutzt oder zu eigenen Vokalzeichen entwickelt. Es bildeten sich regionale Alphabete mit jeweils unterschiedlichen Zeichen. Von diesen wurde das milesische Alphabet aus der ionischen Stadt Milet 403 v. Chr. unter dem Archonten Eukleides in Athen amtlich eingeführt.

Entwicklung

Das griechische Alphabet wurde ursprünglich von rechts nach links geschrieben, später furchenwendig, d. h. abwechselnd links- und rechtsläufig, bis mit der Einführung des milesischen Alphabets die rechtsläufige Richtung verbindlich wurde. Zunächst gab es nur die heutigen Großbuchstaben, die ohne Wortzwischenräume oder Satzzeichen geschrieben wurden. Im 3. Jahrhundert v. Chr. entwickelte Aristophanes von Byzanz in Alexandrien die Tonzeichen zur Unterscheidung Intonation. Diese ursprünglich als Lesehilfe gedachten Akzente benöigte man für poetische und Theatertexte, zumal der dezentralisierende Akzent einem zentralisierenden zu weichen begann. Die Minuskeln entwickelten sich erst in byzantinischer Zeit, wohl in Syrien im 9. Jahrhundert aus einer Vereinfachung der Alltagsschrift (Kursive). Noch im 12. Jahrhundert wanderte das nicht ausgesprochene Iota unter den vorangehenden Vokal (Iota subscriptum). Diese Schirft blieb auch für das Neugriechische zunächst verbindlich, obwohl viele Unterscheidungen phonetisch nicht mehr benötigt wurden. Erst 1982 vereinfachte man das Alphabet, in dem man den Spiritus abschaffte und statt der drei Akzente einen einzigen, reinen Betonungsakzent einführte.

Weiterentwicklungen aus der griechischen Schrift

Das lateinische Alphabet geht über das altitalische Alphabet auf eine westgriechische Variante zurück, die von den Römern übernommen wurde. Die kyrillische Schrift entwickelte sich in byzantinischer Zeit aus der griechischen Schrift.

Entwicklung einzelner Zeichen

Zeichen vor der Klassischen Schrift

Einige Zeichen aus dem phönizischen Alphabet existierten in älteren Formen des griechischen Alphabets, aber nach lautlichen Änderungen im Griechischen fielen sie als Buchstaben weg, wurden aber wegen einer gewünschten Zahlzuordnung vereinzelt weiter verwendet.
- das Digamma (δίγαμμα, Ϝ ϝ) - ging (wie das ypsilon) aus dem 6. Buchstaben des phönizischen Alphabets hervor und bezeichnete ursprünglich das stimmhafte [w]. Die Bezeichnung Digamma ("Doppelgamma") ist jünger und bezieht sich auf die Form, die wie zwei aufeinandergelegte Gammata (Γ) aussieht.
- das Qoppa (κόππα, Ϙ ϙ) - entsprach dem semitischen [q]
- das Sampi (Ϡ, ϡ) - entsprach dem phönitisch/semitischen Buschstaben Zade
- das Heta - Als sich der phönizische Buchstabe Η für das griechische [ɛ:] etabliert hatte, wurde zu Wiedergabe des [h]-Lautes der Buchstabe halbiert. So entstand ein Buchstabe, der etwa wie die linke Hälfte von Η aussah und sich später zum Spiritus asper (s. u.) entwickelte.

Phönizische Konsonanten werden griechische Vokale

Durch die Entwicklung der Vokalbuchstaben wurde die griechische Schrift zur ersten Schrift, die die Phoneme einer Sprache annähernd vollständig wiedergab.
- Aus dem phönizischen ʔaleph, das den Glottisschlag bezeichnete, wurde für den a-Laut das griechische Alpha (Α).
- Aus dem phönizischen hē, das das h bezeichnete, wurde zunächst das (im Anlaut behauchte) Eta (Η), später wurde daraus der Buchstabe für das kurze, im Anlaut unbehauchte Epsilon (Ε) weiterentwickelt. Für den h-Anlaut und den Glottisschlag, die im Griechischen sehr wohl Phoneme waren, wurden in Athen zunächst die linke und rechte Hälfte des Η verwendet, später entwickelten sich daraus die Spiritus.
- Aus dem phönizischen jôdh (j) entwickelte sich das griechische i, das Iota (Ι).
- Das phönizische ʕajin, das den dem Griechischen fremden laryngalen Verschlusslaut wiedergab, diente als Buchstabe für das o (Omikron - Ο). Aus ihm wurde später das lange ("große") Omega (Ω) gebildet.
- Der phönizische Halbvokal waw (w) wurde (konsonantisch) zum Digamma, gleichzeitig wurde ein Buchstabe für das griechische u (upsilon), später ü (Ypsilon - Υ) daraus entwickelt.

Genuin griechische Buchstaben

Einige Buchstaben entwickelten sich in Griechenland aus Bedürfnissen der griechischen Sprache, ohne direkt auf phönizische Zeichen zurückzugehen:
- Phi (Φ φ), ursprünglich zur Bezeichnung des behauchten p
- Chi (Χ χ), ursprünglich für ks, später für das behauchte k
- Psi (Ψ ψ), ursprünglich für das behauchte k, später für ps

Spiritus asper und Spiritus lenis

Als ab der Spätantike zunehmend Nichtmuttersprachler und Sprecher von Dialekten ohne einen solchen Laut die klassische Aussprache schulisch erlernen mussten, wurde der h-Laut am Wortanfang durch einen Spiritus asper angedeutet, der Knacklaut dagegen durch einen Spiritus lenis. Beispiele:
- Spiritus asper (᾽): ῥυθμός rhythmós (Tempo), Ἡφαίστος Hephaístos (Gott)
- Spiritus lenis (῾): ἐγώ egó (ich), Ἔρως Éros (Liebe)

Akzente

Da das originale Altgriechisch eine Tonsprache war, wurden auch für die Bezeichnung der Töne drei verschiedene Zeichen erfunden:
- der Akut (´) für den Hochton, Bsp. Διοτίμα Diotíma
- der Gravis (`) für den Tiefton, Bsp. καὶ αὐτὸς τιμῶ kaì autòs timô (auch ich-selbst ehre)
- der Zirkumflex (῀) für den Steig- und Fallton, Bsp. Φαῖδρος Phaîdros Im modernen Griechisch (das keinen h-Laut und auch keinen Knacklaut mehr hat und auch keine Tonsprache mehr ist) wurden diese Zeichen vor einigen Jahrzehnten schließlich abgeschafft, mit Ausnahme des Akut, der heute in mehrsilbigen Wörtern die betonte Silbe kennzeichnet. Im modernen Griechisch, das sich lautlich noch weiter verändert hat, könnten eigentlich noch eine Reihe weiterer inzwischen gleich klingender Buchstaben abgeschafft werden, hier war die überlieferte Rechtschreib-Tradition allerdings bisher stärker.

Diakritische Zeichen


- Das Trema (¨) dient zur Trennung von Vokalen, die üblicherweise einen Diphthong bilden, Bsp. Ἀχαΐα Achaía (Achaia)
- Das stumme Iota (ι) wurde als Iota subscriptum (ι) ab dem 12. Jahrhundert unter den voran gehenden Vokal gesetzt, Bsp. τῇ , (Dativ des bestimmten Artikels femininum, der)

Zeichentabelle

Die originale altgriechische Aussprache ist für eine Reihe von Buchstaben umstritten. Die Tabelle zeigt daher die von Erasmus von Rotterdam etablierte Ausspracheweise des Altgriechischen, die im Schulunterricht westlicher Länder seither üblich ist. Erasmus rekonstruierte die Aussprache mit Hilfe von bereits in der Antike ins Lateinische übernommenen griechischen Wörtern sowie der in Westeuropa überlieferten Aussprache des Lateinischen. In Griechenland selbst wird heute für alle Texte, auch für altgriechische, die neugriechische Aussprache verwendet; auch in anderen orthodoxen Ländern ist eher die neugriechische als die westliche Aussprache Grundlage für die Aussprache griechischer Wörter.
dient dem Zeilenumbruch, bitte nicht entfernen
Das Griechische kennt einige Diphthonge und einige Graphemverbindungen für besondere Kombinationen von Konsonanten:
dient dem Zeilenumbruch, bitte nicht entfernen

Weblinks


- [http://www.elo-formel-datenbank.de/Elektrotechnik/Allgemeines/Griechisches_Alphabet.htm Verwendung in der Elektrotechnik und Physik]
- [http://www.unicode.org/charts/PDF/U0370.pdf Unicode Code Charts Greek and Coptic] (PDF)
- [http://www.unicode.org/charts/PDF/U1F00.pdf Unicode Code Charts Greek Extended] (PDF)
- [http://ncnever.free.fr/translit/ Direkte Transliteration Lateinisch ↔ Griechisch]

Siehe auch


- Linear B, Griechische Zahlen, Griechische Sprache
- ISO 8859-7
- Benennung von Sternen nach griechischen Buchstaben
- Wikipedia: Lautschrift, Griechische Sonderzeichen, Altgriechisch mit Unicode-Schriften Kategorie:Alphabet Kategorie:Griechische Sprache als:Griechisches Alphabet ja:ギリシア文字 ko:그리스 문자 th:อักษรกรีก

284 v. Chr.

----

Ereignisse


- Die Senonen greifen das etruskische Arretium (Arezzo) an. Die zu Hilfe eilenden Römer erleiden dabei eine Niederlage.

Geboren


- Eratosthenes, griechischer Mathematiker († 202 v. Chr.)
- Livius Andronicus, römischer Dichter († 204 v. Chr.)

Gestorben


- 8-0284

Georgische Sprache

Hinweise zur Schreibweise georgischer Namen in der Wikipedia finden sich in den Georgisch-Namenskonventionen. ---- Die georgische Sprache (auch Georgisch; georgisch ქართული ენა, Kartuli Ena) ist Amtssprache in Georgien und wird von etwa 4 Millionen Menschen gesprochen (Stand 1993). Der Language Code ist ka bzw. geo oder kat (nach ISO 639). Das Georgische gehört mit Mingrelisch, Lasisch und Swanisch zu den kartwelischen Sprachen (siehe auch [http://en.wikipedia.org/wiki/South_Caucasian_languages])

Phonologie

Georgisch hat fünf vokalische und 28 konsonantische Phoneme, darunter auch Ejektive. Die Konsonanten können sehr große Konsonantenanhäufungen bilden. Jedes Phonem wird durch je einen bestimmten georgischen Buchstaben dargestellt. Lautverändernde Buchstabenfolgen (wie etwa im Deutschen bei "ei") gibt es nicht. Die Betonung ist sehr schwach und nicht bedeutungsunterscheidend. Bei zwei- und dreisilbigen Wörtern liegt sie meistens auf der ersten, bei viersilbigen auf der zweiten Silbe. Ja-Nein-Fragen werden anders als im Deutschen mit einer steigend-fallenden Intonation realisiert, wobei der letzte Vokal der Frage beträchtlich gedehnt wird. Siehe auch: Georgisches Alphabet

Grammatik

Georgisch ist eine agglutinierende Sprache. Georgisch hat keine Genus-Unterscheidung und keine Artikel. Statt der zum Beispiel im deutschen üblichen Präpositionen verwendet georgisch Postpositionen, die entweder allein stehen oder an das Nomen angefügt werden können. Ein deutsches Beispiel für eine Postposition ist „den Fluss entlang“. Georgisch hat 7 Fälle, (Nominativ, Dativ, Genitiv, Instrumental, Adverbial, Vokativ und Narrativ). Der Narrativ ist ein Ergativ, der nur bei bestimmten Verbformen (Im Georgischen zum Beispiel beim Aorist) auftritt. Die Wortstellung ist relativ frei. Die konjugierten Formen des Verbs hängen sowohl vom Subjekt als auch vom direkten oder indirekten Objekt ab.

Wortschatz

Das georgische Zahlsystem ist vigesimal, das heißt, es basiert auf der Einheit 20; 55 wäre also „zweimalzwanzigundfünfzehn“. Georgisch hat zahlreiche Lehnwörter aus dem Türkischen, Persischen, Arabischen, Russischen und Englischen übernommen.

Familiennamen

Viele georgische Familiennamen enden auf „-dse“ (Altgeorgisch „Sohn“), „-schwili“ („Kind“), „-ia“ (Mingrelische Familiennamen), „-ani“ (Swanische Familliennamen), „-uri“ (Chewsurische Familiennamen) u. a., wobei die unterschiedlichen Endungen bestimmten Regionen des Landes ungefähr zuzuordnen sind. Josef Stalins ursprünglicher Name war Dschugaschwili, bekannt ist auch der ehemalige Präsident Eduard Schewardnadse, der unter Gorbatschow Außenminister der Sowjetunion war und im November 2003 bei der „Revolution der Rosen“ gestürzt wurde.

Weblinks


- [http://ka.wikipedia.org/ Georgische Wikipedia]
- [http://www.sprachvermittler.com/Sprachen/Georgisch/georgisch.html Kurzbeschreibung der georgischen Sprache (de)]
- [http://members.tripod.com/ggdavid/georgia/language/gphrases.htm Kleiner Sprachführer Georgisch mit Sounddateien (en)]
- [http://www.armazi.demon.co.uk/georgian/grammar.html Online-Grammatik Georgisch (en)]
- [http://webdisk.berkeley.edu/~shorena/grammar.html Online-Grammatik Georgisch (en)]
- [http://www.foreignword.com/dictionary/Georgian/ Deutsch-Georgisches Online-Wörterbuch]
- [http://armazi.uni-frankfurt.de/indexd.htm?armaz4m.htm#dProjekt Datenbank für ein elektronisch historisches Wörterbuch der georgischen Sprache (de, en, ge)]
- [http://www.theiling.de/schrift/#georgian Georgische Schrift online lernen] Sprache, Georgische ja:グルジア語 th:ภาษาจอร์เจีย

Kaukasische Sprachen

Kaukasische Sprachen im weiteren Sinn bezeichnet alle Sprachen, die im Kaukasusgebiet gesprochen werden. Dazu zählen Indoeuropäische bzw. Indogermanische Sprachen (z.B. Armenisch, Ossetisch, Russisch); Turksprachen (Aserbaidschanisch, Karatschaisch, Balkarisch, Kumykisch und andere) sowie die eigentlichen Kaukasischen Sprachen, die hier behandelt werden sollen. ---- Unter dem Begriff Kaukasische Sprachen im engeren Sinn werden eine Reihe von Sprachen zusammengefasst, die im Kaukasusgebiet vom Schwarzen Meer zum Kaspischen Meer verbreitet sind und von rund 7 Millionen Menschen gesprochen werden. Auffallend ist die starke Zergliederung, die wohl durch die Gebirgslage und die Abgeschiedenheit mancher Region hervorgerufen wird. So zählt man annähernd 40 Sprachen zu dieser Gruppe, die heute nicht mehr als eine Sprachfamilie aufgefasst wird, sondern in mehrere Familien unterteilt wird. Die Lehre von den Kaukasischen Sprachen wird als Kaukasistik bezeichnet.

Familien

Nach jüngster Auffassung werden die Kaukasischen Sprachen in vier Familien unterteilt:
- Kartwelische Sprachen (auch südkaukasische Sprachen):
  - Georgisch (3.310.917 Sprecher)
  - Judäo-Georgisch (85.000)
  - Lasisch (50.000)
  - Mingrelisch (360.000)
  - Swanisch (43.000)
- Abchasisch-adygeische Sprachen (auch nordwestkaukasische Sprachen):
  - Abasisch (24,449)
  - Abchasisch (79,385)
  - Adygeisch (96,331)
  - Kabardisch (311,078)
  - Ubychisch (ausgestorben)
- Nachische Sprachen (auch nordkaukasische Sprachen):
  - Batsisch (3,000)
  - Tschetschenisch (604,655)
  - Inguschisch (153,483)
- Dagestanische Sprachen (auch nordostkaukasische Sprachen):
  - Awarisch-Andisch-Didoisch:
    - Awarisch (385,043)
    - Andische Sprachen:
      - Andisch (9,000)
      - Botlichisch (3,000)
      - Ghodoberisch (2,500)
      - Karataisch (5,000)
      - Achwachisch (5,000)
      - Bagwalalisch (4,000)
      - Tindisch (5,000)
      - Tschamalalisch (4,000)
      -
- Gigatl
    - Didoische Sprachen
      - Tsezisch (Dido) (7,000)
      - Chwarshisch (1,000)
      - Hinuchisch (200)
      - Bezhtaisch (2,500)
      - Hunzibisch (600)
  - Lakisch-Dargwische Sprachen
    - Lakisch (82,010)
    - Dargwisch (227,302)
      - Kajtak
      - Kubachi
  - Lesgische Sprachen
    - Archisch (1,000)
    - Tabasaranisch (54,574)
    - Agulisch (8,782)
    - Rutulisch (11,933)
    - Zachurisch (10,719)
    - Buduchisch (1,000)
    - Chinalugisch (1,000)
    - Udisch (4,000)
    - Lezgisch (304,087)
    - Kryzisch (6,000)

Geschichte und Verschriftlichung

Ob sich diese Familie aus einer gemeinsamen Sprache entwickelt haben, ist unsicher und wird sich auch kaum beantworten lassen, da außer beim Georgischen keine frühen schriftlichen Zeugnisse vorliegen. Jedenfalls sind die kaukasischen Sprachen die Nachfolger von Sprachen, die schon seit Jahrtausenden gesprochen wurden. Typisch sind die vielen Konsonanten (beim Ubychischen mehr als 80) sowie ein komplexes Lautsystem. Das Georgische hat seit dem 5. Jahrhundert eine eigene Schrift und gilt als älteste Schriftsprache Osteuropas. Sie wurde im Mchedruli-Alphabet niedergeschrieben. Außer dieser Sprache wurden weitere elf zu Schriftsprachen ausgebaut, alle jedoch erst im 19. beziehungsweise 20. Jahrhundert. Für diese Sprachen wurden neben dem Georgischen Alphabet auch arabische, lateinische und kyrillische Alphabete verwendet.

Beziehungen zu anderen Sprachen

Die kaukasischen Sprachfamilien stehen isoliert, das heißt man kann sie mit keiner anderen Sprachengruppe in Zusammenhang bringen. Es gibt lediglich Beziehung zu ausgestorbenen Sprachen des alten Orients.

Hurritisch und Urartäisch

Die Hurriter lebten im 3. und 2. Jahrtausend vor Christus in Nordmesopotamien, das Reich Urartu hatte in Ostanatolien in der ersten Hälfte des ersten Jahrtausends vor Christus bestand. Beide Sprachen (Hurritisch und Urartäisch) wurden in einem weiten Bereich vom Irak über Syrien bis in die Türkei und Armenien gesprochen. Sie werden heute als Vorfahren der nordostkaukasischen Sprachen betrachtet.

Hattisch

Manchmal wird auch eine Beziehung zwischen dem Hattischen, der Sprache der Hattier, die vor den Hethitern in Zentralanatolien lebten, gebracht. Das Hattische gilt jedoch heute als isolierte Sprache.

Baskisch

Viele kaukasische Sprachen haben ein Kasussystem, bei der der Handlungsträger eines Satzes mit einem speziellen Kasus, dem Ergativ gekennzeichnet wird. Da auch das Baskische diesen Kasus kennt, wurden die kaukasischen Sprachen mit ihr in Verbindung gebracht. Jedoch sind diese Ähnlichkeiten nur oberflächlich, eine Verwandtschaft lässt sich nach heutigem Wissensstand daraus nicht ableiten.

Weblinks

Kategorie:Sprachgruppe
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Konsonant

Unter Konsonant (v. lat. con „mit“ u. sonare „tönen“; auch Mittöner, Mitlaut) versteht man einerseits einen Laut, dessen Artikulation eine Verengung des Stimmtraktes beinhaltet, so dass der Atemluftstrom ganz oder teilweise blockiert wird und es zu hörbaren Turbulenzen (Luftwirbelungen) kommt. Konsonanten sind Hemmnis überwindende Laute. Hierzu zählen im Deutschen die Gruppe der Obstruenten (Plosive, Frikative, Affrikaten) und die Gruppe der Sonoranten (Liquide/Laterale, Nasale) sowie der Halbvokal oder Halbkonsonant //. Es werden unter Konsonanten gemeinhin auch die Buchstaben verstanden, die derartige Laute repräsentieren. Um der verbreiteten Verwechslung bzw. Gleichsetzung von Lauten und Buchstaben vorzubeugen, ist es sinnvoll, den Begriff Konsonantenbuchstaben zu verwenden. Linguistisch korrekt sind die Begriffe Konsonantengrapheme bzw. Randgrapheme (Grapheme, die für den Silbenrand, nicht den Silbenkern verwandt werden, so z. B. in der Grammatik der deutschen Sprache, Berlin 1997, Bd. 1, vgl. S. 246ff). Im Deutschen sind dies B, C, D, F, G, H, J, K, L, M, N, P, Q, R, S, ß, T, V, W, X, Z. Sie stehen den Vokalbuchstaben (Vokalgraphemen/Kerngraphemen) A, Ä, E, I, O, Ö, U, Ü, Y gegenüber. Zur artikulatorischen Beschreibung von Konsonanten werden die folgenden Kriterien verwendet:
- Stimmbeteiligung (stimmhaft oder stimmlos)
- Artikulationsort
- Artikulationsart Beispielsweise lässt sich ein // wie in Oma gemäß dieser Kriterien als stimmhafter bilabialer Nasal charakterisieren. Unter akustisch-auditiven Kriterien betrachtet, unterscheiden sich Konsonanten von Vokalen im Grad ihrer Sonorität. Unter Sonorität versteht man die Schallfülle, d.h. die unterschiedliche akustische Reichweite der Laute. Da jede Silbe einen Laut aufweist, dessen Sonorität die seiner Nachbarlaute übertrifft, haben Vokale eine größere Schallfülle als Konsonanten. Den Konsonanten fallen dadurch bestimmte Positionen in der Silbenstruktur zu, allgemein am Silbenanfang und -Ende, d.h. Konsonanten sind normalerweise keine Silbenträger. Als Ausnahmen davon sind allerdings die Sonoranten: Approximanten (Vokale in eigentlich konsonantischer Position, etwa jung // aber phonetisch [] und nasale und laterale Konsonanten (Konsonanten als Sonoritätsmaximum im Silbenreim wie etwa in Matten [] zu sehen. Im Deutschen lautet das Wort mit der längsten Konsonantenbuchstabenfolge -- wenn man nur Wörter mitzählt, die in üblichen Wörterbüchern verzeichnet sind -- vermutlich Angstschweiß (fünf Konsonanten-Phoneme bzw. -Laute in Folge, die mit Hilfe von acht Konsonantenbuchstaben dargestellt werden). Siehe auch: Vokal, Konsonanz, Konsonantenhäufung, Knacklaut, Schnalzlaut, Kürzezeichen ! ja:子音 ko:닿소리

Phonem

Phoneme (selten: Foneme) sind die kleinsten bedeutungsunterscheidenden, aber nicht bedeutungstragenden Einheiten einer Sprache und der wissenschaftliche Untersuchungsgegenstand der Phonologie. Beispiele für deutsche Phoneme: :/p/, /t/, /k/ (stimmlose Plosive) :/m/, /n/, /ŋ/ (Nasale) :/a:/, /a/, /e:/, /e/ (lange und kurze Vokale) Phoneme tragen für sich genommen keine Bedeutung, ersetzt man jedoch in einem Wort ein Phonem durch ein anderes, ändert sich die Bedeutung: „Katze“ vs. „Tatze“, „Lamm“ vs. „lang“, „Beet“ vs. „Bett“. Dies ist mit „bedeutungsunterscheidend“ gemeint. Mit Hilfe dieser sogenannten Minimalpaaranalyse lassen sich alle Phoneme einer Sprache systematisch erfassen und identifizieren: Führt das Ersetzen eines Lauts durch einen anderen zu einer Änderung (oder dem Verlust) der Bedeutung des Wortes, können beide Laute unterschiedlichen Phonemen zugeordnet werden. Bei Phonemen handelt es sich jedoch nicht um die Laute selbst, sondern um von den Einzellauten (Phonen) einer Sprache abstrahierte Einheiten. Als solche sind sie keine physischen Laute im eigentlichen Sinn, sondern müssen durch entsprechende Allophone realisiert („hörbar gemacht“) werden. Zur Notierung von Phonemen bedient man sich im Allgemeinen der Lautschrift-Symbole des Internationalen Phonetischen Alphabets. Dabei handelt sich jedoch lediglich um eine Vereinfachung: Da Phoneme nicht mit den Lauten identisch sind, sondern Positionen innerhalb einer Systematik könnte man im Prinzip jedes beliebige Symbol für ein Phonem verwenden. Zur Unterscheidung werden Phoneme durch Schrägstriche (//) eingefasst, während Phone (die ebenfalls mit den IPA-Symbolen geschrieben werden) in eckigen Klammern notiert werden ([]). Nicht verwechselt werden dürfen Phoneme mit Graphemen, die in etwa den Buchstaben entsprechen.

Hintergrund

Das Phonemkonzept taucht erstmals in den Arbeiten von Jan Niecislaw Baudouin de Courtenay (1845-1929) auf, wurde aber vor allem durch die Weiterentwicklungen von Nikolai Trubetzkoi (1890-1938) bekannt. Die psychologische Interpretation (siehe unten) geht zurück auf die Arbeiten von Noam Chomsky und Morris Halle. Die Gesamtheit aller Phoneme wird auch als „Phoneminventar“ bezeichnet, dessen Größe von Sprache zu Sprache teilweise erheblich schwankt. Am Phoneminventar orientieren sich auch die meisten Alphabetschriften, im Idealfall existiert eine 1-zu-1-Zuordnung von Phonemen und Buchstaben. Phoneme lassen sich anhand ihrer Merkmale klassifizieren. Gibt es ein Merkmal, das zwei Phoneme voneinander unterscheidet, so wird es als distinktives Merkmal bezeichnet. Beispielsweise ist im Deutschen die Stimmhaftigkeit von Plosiven distinktiv: [] und [] entsprechen den Phonemen /p/ und /b/, da sie zur Bedeutungsunterscheidung herangezogen werden können (vgl. „Pass“ vs. „Bass“). Nicht distinktiv ist dagegen die Aspiriertheit von Plosiven. [] und [] sind beides Varianten des Phonems // ([] und [] sind gleichbedeutend). Alternativ kann auch gesagt werden, Stimmhaftigkeit hat „phonemischen Wert“, Aspiriertheit dagegen nicht. Für manche Phoneme gelten Einschränkungen, was ihre Position anbelangt: Im Deutschen etwa darf // nicht am Wortanfang auftauchen, // nicht am Wortende.

Phoneme als mentale Einheiten

Über die klassische Charakterisierung von Phonemen als abstrakte Einheiten einer systematisierenden Untersuchung von Sprache hinausgehend (Strukturalismus) werden Phonemen häufig auch als mentale Einheiten aufgefasst: Im Laufe des Spracherwerbs erlernt ein Kind, welche phonetischen Merkmale eines Lautes für die Bedeutung eines Wortes entscheidend sind und welche nicht. Die im Zuge dieses Prozesses entstehenden Kategorien werden als mentale Entsprechungen (Repräsentationen) der ursprünglich rein linguistisch definierten Phoneme angesehen. Nach dieser Auffassung haben Phoneme eine eigenständige Existenz im mentalen Sprachverarbeitungssystem eines Sprechers: Das System greift bei der Sprachverarbeitung tatsächlich auf diese Einheiten zurück. (Eine gegenteilige Hypothese wäre etwa die Behauptung, dass durch das Zusammenspiel von gelernten Wörtern und einzelnen Lautwahrnehmungen nur der Eindruck entsteht, Phonemkategorien seien im System am Werk.). Der Einfluss dieser Phonemkategorien auf die Wahrnehmung lässt sich besonders gut beim Umgang mit einer Fremdsprache beobachten. Phonetische Unterscheidungen, die in der eigenen Sprache keine Rolle spielen, werden vom untrainierten Ohr auch in anderen Sprachen nicht wahrgenommen oder fälschlicherweise ein und demselben Phonem zugeordnet. Beispiel: Das chinesische // wird retroflex gebildet, das chinesische // in etwa wie unser //. Wenn ein Deutscher seinen Laut // ausspricht, wird dieser von Chinesen als // wahrgenommen und nicht als das chinesische retroflexe //.

Unterschiedliche Realisierungen eines Phonems

Gleichgültig, ob man Phoneme als das Ergebnis einer rein linguistschen Systematisierung oder als mentale Entitäten auffasst, in jedem Fall handelt es sich bei ihnen um Abstraktionen einer konkreten lautlichen Äußerung. Dies bedeutet im Gegenzug aber auch, dass sich konkrete Realisierungen von Phonemen (Allophone) erheblich voneinander unterscheiden können und dennoch ein und demselben Phonem zugeordnet werden. So klingt zum Beispiel ein // nach einem // anders als nach einem //, trotzdem handelt es sich um ein einzelnes Phonem. Gründe für mehr oder weniger frei variierende Realisierungen sind vor allem dialektale Unterschiede und Koartikulationseffekte wie im Beispiel sowie ganz allgemein Besonderheiten in der Artikulation eines Sprechers. Für eine Reihe von Phonemen existieren jedoch phonologische Regeln, die in Abhängigkeit von der lautlichen Umgebung eines Phonems eindeutig festlegen, mit welchem Allophon es zu realisieren ist. Beispiel: Im Deutschen wird das Graphem , das im Allgemeinen für das Phonem // steht, manchmal im Bereich des harten Gaumens, also palatal artikuliert ([] – „ich“), manchmal aber auch weiter hinten im Bereich des weichen Gaumens ([] – „ach“). Es gilt die Regel, dass [] nur nach /a/, /o/, /u/ und /au/ steht, in allen anderen Fällen steht []. Entscheidend ist also einzig und allein die lautliche Umgebung, inhaltliche Unterschiede zwischen den Wörtern spielen keine Rolle. Bei derartigen sogenannten kombinatorischen Varianten sind beide Allophone zumeist so verteilt, dass dort, wo das eine stehen muss, das andere nicht stehen darf und umgekehrt (komplementäre Distribution). Führen solche Regeln dazu, dass ein eigentlich distinktives Merkmal seine bedeutungsunterscheidende Funktion verliert, spricht man von Neutralisation. Die sogenannte Auslautverhärtung im Deutschen hat zur Folge, dass alle stimmhaften Phoneme (bspw. //, // und //) am Wortende stimmlos ausgesprochen werden; der in anderen Positionen relevante Unterschied zwischen stimmhaften und stimmlosen Phonemen wird neutralisiert („Bund“ und „bunt“ wird zwar unterschiedlich geschrieben, aber identisch ausgesprochen ([])). Auch Assimilationsprozesse führen häufig zu Neutralisation.

Siehe auch


- Phon
- Phonematische Orthographie
- Morphem

Weblinks


- http://homepage.ruhr-uni-bochum.de/Udo.L.Figge/texte/phonem.html Kategorie:Phonologie ja:音素 ko:낱소리 zh-min-nan:Im-sò·

Transkription (Schreibung)

Die Transkription (v. lat.: trans hinüber; scribere schreiben; „Umschrift“) ist die Darstellung bestimmter Termini (bes. Namen) aus einer fremden Schrift mit Hilfe einer Lautschrift oder angepasst an die Ausspracheregeln einer Zielsprache. Jedes Transkriptionssystem ist abgestellt auf Benutzer, die eine Zielsprache sprechen. Die deutsche Transkription, wie sie auch im Duden (siehe Wörterbuch) verwendet wird, gilt als Richtlinie für die Wiedergabe kyrillisch geschriebener Namen in der Wikipedia. Entsprechendes gilt für griechische Namen oder Phrasen. Unterschieden werden: # Transkription als aussprachebasierte Darstellung von Sprache mit Hilfe einer phonetisch definierten Lautschrift, oder eines anderen Basisalphabetes als Lautschriftersatz. Der Zweck besteht darin, Nichtmuttersprachlern eine halbwegs richtige Aussprache des Wortes zu ermöglichen. # Transliteration als schriftbasierte buchstabengetreue, bei Bedarf wieder umkehrbare Umsetzung eines Wortes aus einer Schrift (z. B. Kyrillisch) in eine andere (z. B. Lateinisch), oft mit Hilfe von diakritischen Zeichen. Der Zweck besteht darin, Fachleuten die genaue Schreibweise des Wortes in der anderen Schrift darzustellen, die aus bestimmten Gründen nicht direkt abgedruckt werden kann – etwa weil keine entsprechenden Typen oder Zeichensätze vorhanden sind oder weil (etwa in Bibliothekskatalogen) ein einheitliches Alphabet zur Sortierung nötig ist. # Transkription bezeichnet in der Wissenschaft (z.B. Soziologie, Pädagogik, Wirtschaftswissenschaften) auch das Verschriftlichen verbaler Daten (meist Interviews oder Videos). Diese werden in der qualitativen Sozialforschung für die qualitative Datenanalyse benötigt. siehe Transkription (Soziologie)

Beispiele

Kyrillisch

Vergleich verschiedener Umschriften für das Kyrillische (am Beispiel der Namen zweier russischer Schriftsteller):
- In der DDR übliche Transkription.
Tabellen von Transkriptions- und Transliterationssystemen: Bulgarisch, Makedonisch, Russisch, Serbisch, Ukrainisch, Weißrussisch

Japanisch

Auf Japanisch nennt man die Transkription des Japanischen in die lateinische Schrifte ローマジ (Rōmaji Römerzeichen). Es gibt verschiedene Transkriptionssysteme. Zwei bekannte und auch anerkannte sind das Hebonshiki-System (auf Deutsch: Hepburn-System) und das Kunreishiki-System (auf Deutsch: Kunrei-System). Ersteres wurde durch den amerikanischen Missionar Hepburn verbreitet; letzteres wurde von der damaligen japanischen Regierung erdacht und folgt der Systematik der Kana-Tafel. Beispiele: Japans heiliger Berg, der 富士山, (wird im Deutschen oft als „Fudschijama“ wiedergegeben), schreibt sich: nach dem Kunrei-System: Huzisan
nach dem Hepburn-System: Fujisan

Siehe auch


- Umschrift, Transliteration, Bopomofo, Pinyin
- Onomatopoese, auch Lautmalerei, ist die sprachliche Nachbildung von Naturlauten. Kategorie:Sprachwissenschaft !

Betriebssystem

Ein Betriebssystem ist die Software, die die Verwendung (den Betrieb) eines Computers ermöglicht. Es verwaltet Betriebsmittel wie Speicher, Ein- und Ausgabegeräte und steuert die Ausführung von Programmen. Betriebssystem heißt auf Englisch operating system (OS). Dieser englische Ausdruck kennzeichnet den Sinn und Zweck: Die in den Anfängen der Computer stark mit schematischen und fehlerträchtigen Arbeiten beschäftigten Operatoren schrieben Programme, um sich die Arbeit zu erleichtern; diese wurden nach und nach zum operating system zusammengefasst. Betriebssysteme bestehen in der Regel aus einem Kern (englisch: Kernel), der die Hardware des Computers verwaltet, sowie grundlegenden Systemprogrammen, die dem Start des Betriebssystems und dessen Konfiguration dienen. Unterschieden werden Einbenutzer- und Mehrbenutzersysteme, Einzelprogramm- und Mehrprogrammsysteme, Stapelverarbeitungs- und Dialogsysteme. Betriebssysteme finden sich in fast allen Computern: als Echtzeitbetriebssysteme auf Prozessrechnern, auf normalen PCs und als Mehrprozessorsysteme auf Servern und Großrechnern.

Betriebssystemarten

Im PC-Bereich sind derzeit die meistgenutzten Betriebssysteme die verschiedenen Varianten von Microsoft Windows, Apple Mac OS X, Linux (GNU-Lizenz), OS/2 bzw. eComstation sowie BSD-Unix. Für spezielle Anwendungen (Beispiel: industrielle Steuerung) werden auch experimentelle Betriebssysteme für Forschungs- und Lehrzwecke eingesetzt. Neben den klassischen Varianten gibt es noch spezielle Betriebssysteme für verteilte Systeme, bei denen zwischen dem logischen System und den physikalischen System(en) unterschieden wird. Der logische Rechner besteht aus mehreren physikalischen Rechnereinheiten. Viele Großrechner, Numbercruncher und die legendären Systeme aus dem Hause Cray arbeiten nach diesem Prinzip. Eine der bekanntesten Betriebssysteme im Bereich verteilte Systeme ist Amoeba. Siehe auch: Liste der Betriebssysteme Die Aufgaben des Betriebssystems lassen sich mit den folgenden Stichworten zusammenfassen:
- Benutzerführung
- Laden und Unterbrechung von Programmen
- Verwaltung der Prozessorzeit
- Verwaltung des Speicherplatzes für Anwendungen
- Verwaltung der angeschlossenen Geräte
- Bereitstellung von Dienstprogrammen (im Unterschied zu Anwendungsprogrammen)

Programme, Speicher- und Geräteverwaltung

Zu den Aufgaben eines Betriebssystems gehören meist:
- Speicherverwaltung
  - Zuweisung und Überwachung des Betriebsmittels Speicher (Haupt- und Hintergrundspeicher).
  - Führung von Tabellen der Speicherbelegung durch Benutzerjobs bzw. Prozesse (laufende Programme).
  - Bedienung von Anforderungen und Freigabe von Speicher.
- Programm-(Prozess)-Verwaltung
  - Betreuung sämtlicher Prozesse (im Ablauf befindlicher Programme) im Rechnersystem.
  - Erzeugung von neuen Prozessen auf Anforderung des Betriebssystems bzw. anderer existierender Prozesse,
  - Entfernung von Prozessen aus dem System.
  - Kommunikation und Synchronisation von Prozessen untereinander (Interprozesskommunikation)
- Geräte- und Dateiverwaltung
  - Effiziente Zuweisung von Ein-/Ausgabegeräten und Vermittlungseinheiten (Datenkanäle, Steuereinheiten), Vermeidung von Konflikten
  - Initiierung, Überwachung der Ausführung, Terminierung von Ein-/Ausgabevorgängen.
  - Verwaltung des Dateisystems. Erzeugung eines Namensraums mit zugehörigen Speicherobjekten und gegebenenfalls weiteren Objekten.
- Abstraktion
  - Verbergen der Komplexität der Maschine vor dem Anwender
  - Abstraktion des Maschinenbegriffes (nach Coy):
    - Reale Maschine = Zentraleinheit + Geräte (Hardware)
    - Abstrakte Maschine = Reale Maschine + Betriebssystem
    - Benutzermaschine = Abstrakte Maschine + Anwendungsprogramm Als Gerät aus der Sicht eines Betriebssystems bezeichnet man aus historischen Gründen alles, was über Ein-/Ausgabekanäle angesprochen wird. Dies sind nicht nur Geräte im herkömmlichen Sinn, sondern mittlerweile auch interne Erweiterungen wie Grafikkarten, Netzwerkkarten und anderes. Die (Unter-)Programme zur Initialisierung und Ansteuerung dieser "Geräte" bezeichnet man zusammenfassend als Gerätetreiber.

Dienstprogramme und Anwendungsprogramme

Die meisten Betriebssysteme enthalten Dienstprogramme, auch Utilities oder Werkzeuge (Tools) genannt. Sie ermöglichen dem Benutzer bzw. Systemverwalter die Bearbeitung allgemeiner sowie systemnaher Aufgaben. Dazu gehören unter anderem Editoren, Kopierprogramme, Benutzerverwaltungsprogramme, Systemüberwachungsprogramme und Werkzeuge zur Datensicherung. Anwendungsprogramme zählen in der Regel nicht zum eigentlichen Betriebssystem. Sie stammen entweder vom Hersteller des Systems oder von anderen Anbietern. Anwendungsprogramme können auch mit dem Betriebssystem ausgeliefert werden (Beispiele: Viele Programme in Linux-Distributionen oder der Internet-Explorer als Teil von Microsoft Windows).

Betriebsmittelverwaltung und Abstraktion

Als Betriebsmittel oder Ressourcen bezeichnet man alle von der Hardware eines Computers zur Verfügung gestellten Komponenten, also den Prozessor (bei Mehrprozessorsystemen natürlich die Prozessoren), den physikalischen Speicher und alle Geräte wie Festplatten-, Disketten- und CD-ROM-Laufwerke, Netzwerk- und Schnittstellenadapter und andere. Die Hardware Compatibility List enthält alle Hardware-Produkte die im Zusammenhang mit einem bestimmten Betriebssystem auf ihre Funktionalität hin getestet wurden.

Einführendes Beispiel: Zeitgeberbausteine

Moderne Rechnersysteme besitzen Zeitgeberbausteine (Timer). In frühen PCs wurde z.B. der Baustein 8284 der Firma Intel eingesetzt. Dieser Baustein muss zunächst initialisiert werden. Er kann dann nach Ablauf einer Zeitspanne oder periodisch den Prozessor unterbrechen und ihn zur Abarbeitung einer eigenen Routine veranlassen. Neben der Initialisierung ist eine Unterbrechungsroutine zu erstellen, deren Aufruf in einer dafür geeigneten Sprache (meist Assembler) programmiert werden muss. Da Unterbrechungen asynchron auftreten, sind komplexe Verhältnisse hinsichtlich der Datenstrukturen zu berücksichtigen. Genaue Kenntnisse des Bausteins (Datenblatt), der Computerhardware (Unterbrechungsbehandlung) und des Prozessors sind erforderlich. Die einzelnen Komponenten, die an diesem Prozess beteiligt sind, fasst man unter dem Begriff Rechnerarchitektur zusammen.

Virtuelle Prozessoren

Ein modernes Mehrprogrammbetriebssystem verwendet einen solchen Zeitgeberbaustein um den normalerweise einzigen Prozessor periodisch (normalerweise im Millisekundenbereich) zu unterbrechen und eventuell mit einem anderen Programm fortzufahren (so genanntes präemptives Multitasking). Die Initialisierung und die Unterbrechungsroutine werden dabei vom Betriebssystem implementiert. Auch wenn nur ein einzelner Prozessor zur Verfügung steht, können mehrere Programme ausgeführt werden, jedes Programm erhält einen Teil der Prozessorzeit (Scheduling). Jedes Programm verhält sich, bis auf die verlangsamte Ausführungszeit, so als hätte es einen eigenen virtuellen Prozessor.

Virtuelle Zeitgeber

Über einen Systemruf, z. B. alarm, wird jedem Programm darüber hinaus ein eigener virtueller Zeitgeber zur Verfügung gestellt. Das Betriebssystem zählt die Unterbrechungen des Original-Zeitgebers und informiert Programme, die den alarm-Systemruf verwendeten. Die einzelnen Zeitpunkte werden über eine Warteschlange verwaltet.

Abstraktion

Die Hardware des Zeitgebers ist damit vor den Programmen verborgen. Ein System mit Speicherschutz erlaubt den Zugriff auf den Zeitgeberbaustein nur über den Kernel und nur über exakt definierte Schnittstellen (meist Systemrufe genannt, die über spezielle Prozessorbefehle wie TRAP, BRK, INT realisiert werden). Kein Programm kann somit das System gefährden, die Verwendung des virtuellen Zeitgebers ist einfach und portabel. Der Anwender oder Programmierer braucht sich nicht um die (komplexen) Details zu kümmern.

Virtualisierung weiterer Betriebsmittel

So wie Prozessoren und Zeitgeber virtualisiert werden, ist dies auch für alle anderen Betriebsmittel möglich. Dabei werden einige Abstraktionen teilweise nur als Software implementiert, andere erfordern spezielle Hardware.

Dateisysteme

Über Dateisysteme werden die Details der externen Speichersysteme (Festplatten-, Disketten- oder CD-ROM-Laufwerke) verborgen. Dateinamen und Verzeichnisse erlauben den bequemen Zugriff, die eigentlich vorhandene Blockstruktur und die Geräteunterschiede sind vollkommen unsichtbar.

Interner Speicher

Der interne Speicher (RAM) wird in Blöcke (Kacheln) aufgeteilt und den entsprechenden Programmen zur Verfügung gestellt. Über virtuellen Speicher wird bei vielen Systemen jedem Programm ein kontinuierlicher Bereich zur Verfügung gestellt. Dieser Speicher ist physikalisch nicht kontinuierlich, es können sogar unbenutzte Teile auf den externen Speicher ausgelagert sein. Der virtuelle Speicher eines Programms kann sogar größer als der reale Speicher sein.

Netzwerk

Die Details der Netzwerkzugriffe werden verborgen, indem auf die eigentliche Hardware (Netzwerkkarte) ein Protokollstapel aufgesetzt wird. Die Netzwerksoftware erlaubt beliebig viele virtuelle Kanäle. Auf der Ebene der Sockets (Programmierung) ist die Netzwerkkarte vollkommen unsichtbar, das Netzwerk hat viele neue Fähigkeiten (bidirektionale, zuverlässige Datenströme, Adressierung, Routing) bekommen.

Bildschirm

Als Grafische Benutzeroberfläche (GUI, grafisches Benutzerinterface) wird generell eine Bildschirmausgabe beschrieben, wenn sie über einen Prompt hinausgeht. Mit den richtigen Grafikkarten und Bildschirmen ist die Darstellung von geometrischen Objekten (Linien, Kreisen, Ellipsen, aber auch Schriftattributen und Farben) auf dem Bildschirm möglich, aus denen sich komplexere geometrische Elemente wie Knöpfe, Menüs, etc. Benutzeroberflächen zum einfachen Steuern von Programmen erstellen lassen. Die Grafikkarte als Hardware ist für den Programmierer und Anwender vollkommen verborgen.

Geschichte und Beispiele der Betriebsmittelverwaltung

Erste Betriebssysteme (bis 1980)

BenutzeroberflächeDie ersten Rechner besaßen keine Betriebssysteme. Dies lag einerseits in deren Bauweise (mechanische Rechenmaschinen wie Abacus, Rechenschieber usw.) oder an ihrem stark eingeschränkten Einsatzgebiet (Mark I, ENIAC, Colossus). Mit der Erfindung und dem Einsatz des Transistors (1947) und der Erfindung der Mikroprogrammierung 1955 durch Maurice Wilkes wurden in der Folge nicht mehr Einzelmaschinen, sondern ganze Modellreihen eingesetzt. Jeder Hersteller lieferte zu dieser Zeit sogar für verschiedene Modellreihen seiner Produkte verschiedene Betriebssysteme, so dass Programme nur auf einer bestimmten Modellreihe liefen und weder zwischen verschiedenen Computer noch über verschiedene Generationen portierbar waren. Mit der Einführung der Modellreihe System/360 von IBM führte IBM 1964 das Betriebssystem OS/360 ein. Es war das erste Betriebssystem, das modellreihen-übergreifend eingesetzt wurde. Ab 1963 wurde Multics in Zusammenarbeit von MIT, General Electric und den Bell Labs von AT&T entwickelt, das jedoch erst ab 1969 bis 2000 im Einsatz war. Multics wurde in PL/1 programmiert. Inspiriert von den Arbeiten an Multics startete eine Gruppe um Ken Thompson und Dennis Ritchie an den Bell Laboratories von AT&T 1969 mit der Entwicklung von Unix. Unix wurde in den Jahren 19721974 bis auf wenige Teile in der höheren Programmiersprache C mit dem Ziel der Portabilität neu implementiert. Zu dieser Zeit war auch das Betriebssystem CP/M weit verbreitet.

Der C64, ein Heimcomputer der 1980er Jahre

In den 1980er Jahren wurden Heimcomputer populär. Diese konnten neben nützlichen Aufgaben auch Spiele ausführen. Die Hardware bestand aus einem 8-Bit-Prozessor mit bis zu 64KB RAM, einer Tastatur und einem Monitor- bzw. HF-Ausgang. Einer der populärsten dieser Computer war der Commodore C64 mit dem Mikroprozessor 6510. Dieser Computer hatte ein 8KB-ROM-BIOS, das die Geräte Bildschirm, Tastatur, serielle IEC-Schnittstelle für Diskettenlaufwerke bzw. Drucker, Kassetteninterface initialisierte und über ein Kanalkonzept teilweise abstrahierte. Über ein 8KB-ROM-BASIC, das auf die Funktionen des BIOS aufsetzte, konnte das System bedient und programmiert werden. Das Betriebssystem dieses Computers kann auf der Ebene des BASIC-Interpreters als gute Hardwareabstraktion angesehen werden. Natürlich sind weder Kernel, Speicher- oder sonstiger Hardwareschutz vorhanden. Viele Programme, vor allem auch Spiele, setzten sich über das BIOS hinweg und griffen direkt auf entsprechende Hardware zu.
Abstraktionsschichten im Betriebssystem des Heimcomputers C64 Abstraktionsschichten im Betriebssystem des Heimcomputers C64

Die grafische Benutzeroberfläche (GUI) von Apple

Dominik Hagen, ein ehemaliger Mitarbeiter von Xerox, motivierte Steve Jobs, das Xerox Palo Alto Research Center (PARC) zu besuchen. Dort wurde Jobs vor allem der Prototyp eines Smalltalk-Entwicklungssystems gezeigt (Xerox entwickelte mit ALTO (1973) und Star (1981) erste Rechner mit grafischer Benutzeroberfläche). Apple bot Xerox an, die Technologie zu kaufen; da PARC aber vor allem ein Forschungszentrum war, bestand kein Interesse an Verkauf und Vermarktung. Nachdem Steve Jobs Xerox Aktienanteile von Apple anbot, wurde ihm erlaubt, einigen Apple-Entwicklern die Xerox-Demos zu zeigen. Danach war den Apple-Entwicklern auf jeden Fall klar, dass der grafischen Benutzeroberfläche die Zukunft gehörte, und Apple begann, eine eigene GUI zu entwickeln. Viele Merkmale und Prinzipien jeder modernen grafischen Benutzeroberfläche für Computer, wie wir sie heute kennen, sind originale Apple-Entwicklungen (Pull-Down-Menüs, die Schreibtischmetapher, Drag&Drop, Doppelklicken). Die Behauptung, Apple habe seine GUI von Xerox "abgekupfert" ist ein ständiger Streitpunkt; es existieren jedoch gravierende Unterschiede zwischen einem Alto von Xerox und der Lisa/dem Macintosh). Macintosh Nach dem Ausscheiden von Steve Jobs aus dem Unternehmen setzte bei Apple die Phase der Pragmatiker ein. Nachfolger von Jobs wurde der von ihm eingestellte ehemalige Pepsi-Manager John Sculley, ihm folgte 1993 der Deutsche Michael Spindler. 1996 wurde Spindler von Gil Amelio abgelöst.

Der Mac OS Nachfolger

Mitte der 1990er Jahre steckte Apple in einer tiefen Krise; die Firma schien kurz vor dem Ruin. Ein dringliches Problem war dabei, dass Apples Betriebssystem als veraltet betrachtet wurde und Apple sich nach Alternativen umzusehen begann. Nach dem Scheitern des wichtigsten Projektes für ein modernes Betriebssystem mit dem Codenamen Copland sah sich Apple gezwungen, Ausschau nach einem für die eigenen Zwecke verwendungsfähigen Nachfolger für das eigene Betriebssystem zu halten. Zuerst wurde vermutet, dass Apple die Firma Be Incorporated, mit ihrem auch auf Macs lauffähigen Betriebssystem BeOS übernehmen würde. Die Übernahmeverhandlungen scheiterten jedoch im November 1996, da der frühere Apple-Manager und Chef von Be Jean-Louis Gassée, im Falle einer Übernahme 300 Millionen US-Dollar und einen Sitz im Vorstand verlangte. Da Amelio versprochen hatte bis zur MacWorld im Januar 1997 die zukünftige Strategie in Bezug auf Mac OS zu verkünden, musste schnell eine Alternative gefunden werden. Überraschend übernahm Apple dann noch im Dezember 1996 die Firma NeXT, des Apple-Gründers Steve Jobs, und deren Betriebssystem NeXTStep/OPENSTEP für 400 Millionen US-Dollar. Dieses sollte die Grundlage für die nachfolgende Generation des Apple-Betriebssystems werden. Das den neuen Erfordernissen angepasste und optisch aktualisierte NeXTStep wurde dann unter dem Namen Mac OS X ein großer Erfolg. Mit der Übernahme von NeXT zog bei Apple auch eine neue Firmenkultur ein. Steve Jobs, in den 1980ern von der von ihm mitgegründeten Firma vergrault, nun Chief Executive Officer (CEO) von NeXT, wurde 1997 wieder Firmenchef von Apple. Avie Tevanian, auch ein NeXT-Mitarbeiter, übernahm die Entwicklungsabteilung. Jobs beendete die Lizenzierung des Betriebssystems an andere Hersteller (z.B. Power Computing) und stellte die Produktion des Newton ein. Mit der Einführung des Einsteigerrechners iMac führte Apple eine neue Gestaltung dieser Rechner ein: Sie waren fortan transparent und farbenfroh. Jonathan Ive, der Gestalter des iMacs, wurde Chef der Gestaltungsabteilung bei Apple.

DOS, ein Diskettenbetriebssystem

Der Ursprung von DOS liegt in CP/M und wurde 1974 von Digital Research eingesetzt. Die Portierung auf den Motorola 68000, genannt CP/M-68k, selbst kein großer kommerzieller Erfolg, wurde zur Grundlage für TOS, das Betriebssystem des Atari ST. MS-DOS Version 1.0 erschien 1981 als Nachbildung von CP/M und wurde für PCs eingesetzt. Es setzt auf das BIOS auf und stellt Dateisystemoperationen zur Verfügung. Die ersten IBM-PCs waren ganz ähnlich wie der C64 aufgebaut. Auch sie verfügten über ein eingebautes BIOS zur Initialisierung und Abstraktion der Hardware. Sogar ein BASIC-Interpreter war vorhanden. Im Gegensatz zum BIOS wurde auf BASIC jedoch in den kompatiblen Rechnern anderer Firmen verzichtet. Der PC konnte mit seinem Intel 8088-Prozessor (16-Bit-Register) bis zu 1 MB Speicher adressieren, die ersten Modelle waren jedoch nur mit 64KB ausgestattet. Diskettenlaufwerke lösten die alten Kassettenrekorder als Speichermedium ab. Diese erlauben vielfaches Schreiben und Lesen einzeln adressierbarer 512-Byte-Blöcke. Die Benutzung wird durch ein Diskettenbetriebssystem (Disk Operating System, DOS) vereinfacht, das ein abstraktes Dateikonzept bereitstellt. Blöcke können zu beliebig großen Clustern (Zuordnungseinheit, kleinste für das Betriebssystem ansprechbare Einheit) zusammengefasst werden. Dateien (logische Informationseinheiten) belegen einen oder mehrere (verkettete) dieser Cluster. Eine Diskette kann viele Dateien enthalten, die über Namen erreichbar sind. Auf den ersten PCs war kein Speicherschutz realisiert, die Programme konnten daher an DOS vorbei direkt auf BIOS und sogar auf die Hardware zugreifen. Erst spätere PCs wurden mit dem Intel 80286-Prozessor ausgestattet, der Speicherschutz ermöglichte. MS-DOS stellte auch keinen für alle Zwecke ausreichenden Abstraktionsgrad zur Verfügung. Es ließ sich nur ein Programm gleichzeitig starten, die Speicherverwaltung war eher rudimentär. Ein Teil der Hardware wurde nicht unterstützt und musste von Programmen direkt angesprochen werden, was dazu führte, dass beispielsweise für jedes Spiel die Soundkarte neu konfiguriert werden musste. Die Performance einiger Routinen, speziell zur Textausgabe, war verbesserungswürdig. Viele Programme setzten sich daher zwangsläufig über das Betriebssystem hinweg und schrieben z.B. direkt in den Bildschirmspeicher. MS-DOS wurde mit einem Satz von Programmen (so genannten Werkzeugen) und einem Kommandointerpreter (COMMAND.COM) ausgeliefert.
Abstraktionsschichten eines PC unter DOS Abstraktionsschichten eines PC unter DOS

Linux (GNU/Linux), ein modernes Mehrprogrammsystem

1991 begann Linus Torvalds in Helsinki/Finnland mit der Entwicklung von Linux, das er bald danach der Öffentlichkeit zur Verfügung stellte. Es läuft als portables Betriebssystem auf verschiedenen Rechnerarchitekturen, wurde aber zunächst für PCs mit Intel 80386-Prozessor entwickelt. Das in diesen Rechnern verwendete BIOS dient nur noch zum Initialisieren der Hardware und zum Starten des Betriebssystem-Kernels, da die Routinen des BIOS für Mehrprogrammsysteme wie Linux ungeeignet sind. Dies kommt zustande, da insbesondere der Prozessor durch Warten belastet wird anstatt durch eine – in der Hardware durchaus vorhandene – geschickte Unterbrechungsverwaltung (interrupt handling) auf Ereignisse (events) zu reagieren. Linux verwendet daher nach dem Starten des Systems eigene Gerätetreiber. Es verteilt die Prozessorzeit auf verschiedene Programme (Prozesse). Jeder dieser Prozesse erhält einen eigenen, geschützten Speicherbereich und kann nur über Systemaufrufe auf die Gerätetreiber und das Betriebssystem zugreifen. Die Prozesse laufen im Benutzermodus (user mode), während der Kernel im Kernel-Modus (kernel mode) arbeitet. Die Privilegien im Benutzermodus sind sehr eingeschränkt. Abstraktion und Speicherschutz sind nahezu vollkommen, ein direkter Zugriff wird nur sehr selten und unter genau kontrollierten Bedingungen gestattet. Dies hat den Vorteil, dass kein Programm z.B. durch einen Fehler so das System zum Absturz bringen kann. Linux stellt wie sein Vorbild Unix eine vollständige Abstraktion und Virtualisierung für nahezu alle Betriebsmittel bereit (z.B virtueller Speicher, Illusion eines eigenen Prozessors etc.).
Abstraktionsschichten unter Linux Fast vollständige Abstraktion unter Linux

MS Windows

1983 begann die Firma Microsoft mit der Entwicklung eines grafikfähigen Betriebssystemaufsatzes für MS-DOS namens Windows – es handelte sich dabei jedoch nicht um ein Betriebssystem. Das MS-DOS und BIOS-Design der PCs erlaubten keine Weiterentwicklung in Richtung moderner Serverbetriebssysteme. Microsoft begann Anfang der 1990er ein solches Betriebssystem zu entwickeln, das zunächst als Weiterentwicklung von OS/2 geplant war (Microsoft war zwischen 1987-1991 an der Entwicklung beteiligt): Windows NT 3.1 (Juli 1993). Für den Consumer-Markt brachte Microsoft am 15. August 1995 Windows 95 heraus, es basiert auf MS-DOS. Dieser "Consumer-Zweig" wurde mit der Veröffentlichung von Windows Millennium (August/September 2000) abgeschlossen. Aufbau von Windows NT: Über die Hardware wurde eine Abstraktionsschicht, der Hardware Abstraction Layer (HAL) gelegt, auf den der Kernel aufsetzte. Verschiedene Gerätetreiber waren als Kernmodule ausgeführt und liefen wie der Kernel im privilegierten Kernel Mode. Sie stellten Möglichkeiten der E/A-Verwaltung, Dateisystem, Netzwerk, Sicherheitsmechanismen, virtuellen Speicher usw. zur Verfügung. Systemdienste (System Services) ergänzten das Konzept; wie ihre UNIX-Pendants, die daemons, waren sie in Form von Prozessen im User-Mode ausgeführt.
Abstraktionsschichten unter Windows NT Abstraktionsschichten unter Windows NT (etwas vereinfacht)
Über so genannte Personalities wurden dann die Schnittstellen bestehender Systeme nachgebildet, zunächst für Microsofts eigenes, neues Win32-System, aber auch für OS/2 (ohne Grafik) und POSIX.1, also einer Norm, die eigentlich Unix-Systeme vereinheitlichen sollte. Personalities liefen wie Anwenderprogramme im unprivilegierten User-Mode. Das DOS-Subsystem war in Form von Prozessen implementiert, die jeweils einen kompletten PC mit MS-DOS als virtuelle Maschine darstellten; darauf konnte mit einer besonderen Version von Windows 3.1, dem Windows-on-Windows, auch Win16-Programme ausgeführt werden. Windows-on-Windows blendete dazu die Fenster der Win16-Programme in das Win32-Subsystem ein, das die Grafikausgabe verwaltete. Das System erlaubte daher die Ausführung von Programmen sowohl für MS-DOS wie für die älteren Windows-Betriebssysteme, allerdings unter vollkommener Kontrolle des Betriebssystems. Dies galt aber nur für die Implementierung für Intel 80386 Prozessoren und dessen Nachfolger. Programme, die direkt auf die Hardware zugreifen, blieben aber außen vor. Insbesondere viele Spiele konnten daher nicht unter Windows NT ausgeführt werden, zumindest bis zur Vorstellung von WinG, das später in DirectX umgetauft wurde. Ohne die Möglichkeit eines direkten Zugriffs auf die Grafikhardware bzw. -treiber war die Programmierung von leistungsfähigen Actionspielen zunächst auf die älteren Windows-Versionen beschränkt. Windows NT erschien in den Versionen 3.1, 3.5, 3.51 und 4.0. Windows 2000 stellte eine Weiterentwicklung von Windows NT dar. Auch Windows XP, Windows Server 2003 und Windows Vista bauen auf der Struktur von Windows NT auf.

Siehe auch


- Liste der Betriebssysteme
- Entwicklung der heutigen Betriebssysteme
- Echtzeit-System
- Single-user Single-tasking

Literatur


- Andrew S. Tanenbaum: Moderne Betriebssysteme, 2., überarb. Aufl., Pearson Studium 2004, ISBN 3827370191

Weblinks


- [http://www.kreissl.info/diggs/bs_inhalt.php Einführung in Betriebssysteme – Online-Tutorial]
- [http://www.oshistory.net/ Historischer Baum aller Nicht-UNIX-Betriebssystme]
- [http://www.levenez.com/unix/ Historischer Baum aller UNIX-Betriebssysteme]
- [http://www.levenez.com/windows/ Windows-Geschichte]
- als:Betriebssystem ja:オペレーティングシステム ko:운영체제 ms:Sistem pengoperasian simple:Operating system th:ระบบปฏิบัติการ zh-min-nan:Chok-gia̍p hē-thóng

Windows 2000

Windows 2000 (kurz W2K oder Win 2k) ist ein Betriebssystem der Firma Microsoft. Es stellt eine technische Weiterentwicklung von Windows NT 4.0 dar. Die interne Versionsnummer bei Microsoft lautet 5.0.

Beschreibung

Neu in dieser Version ist unter anderem das Active Directory, ein Verzeichnisdienst, der eine zentrale Ressourcen- sowie Benutzer- und Gruppenverwaltung ermöglicht und dabei das Netzwerkprotokoll LDAP (Lightweight Directory Access Protocol) verwendet. Neben diesem werden weitere offene Standards eingesetzt, etwa das vom MIT entwickelte Kerberos zur Authentifizierung und Autorisierung der Benutzer und Netzwerkdienste. Weitere Neuheiten unter Windows 2000:
- Das in Zusammenarbeit mit Cisco implementierte IPSec-Protokoll, das für die Verschlüsselung des Netzwerkverkehrs innerhalb einer Firma oder für die Verschlüsselung eines VPN Tunnels in Zusammenarbeit mit dem L2TP (Layer 2 Tunneling Protocol) verwendet werden kann.
- Dynamisches DNS, das der Vereinfachung der Administration dient, da die sich ändernde IP-Adressen automatisch im DNS aktualisiert werden.
- Das Dateisystem NTFS (New Technology File System) Version 5, das Datenkompression, Verschlüsselung und Quotierung von Daten unterstützt.
  - Encrypted FileSystem (EFS), das erlaubt, Dateien verschlüsselt abzulegen. Die Schlüsselverwaltung kann sich voll auf die Active Directory stützen, auch das Einrichten von Notfallschlüsseln ist möglich.
  - Die Unterstützung von Datenträgerkontingenten ermöglicht es den Administratoren, den nutzbaren Speicherplatz pro User zu beschränken.
- Die Unterstützung von USB-Massenspeichern (z.B. USB-Sticks) ohne Treiberinstallation
- Unterstützung des WDM-Treibermodells, das es ermöglicht, gleiche Treiber für Win 9x und die NT-Reihe zu nutzen Es gibt die Workstation-Variante (Professional) und Server-Varianten (Server, Advanced Server und Datacenter Server). Die einzelnen Varianten unterscheiden sich z.B. durch die Anzahl der benutzbaren Prozessoren und des unterstützten Speichers (Server bis 4 CPUs und 4 GB RAM, Advanced Server bis 8 CPUs und 8 GB RAM, Datacenter Server bis 32 CPUs und 64 GB RAM) sowie zum Beispiel in der Fähigkeit, Cluster zu bilden (Advanced Server bis 2 Knoten, Datacenter Server bis 4 Knoten). Es ist zu beachten, dass Windows 2000 Intels HyperThreading-Prozessoren (Pentium 4 und Xeon) zwar unterstützt, jedoch nur mäßige Performance bringt. Erst XP und Server 2003 skalieren ähnlich wie auf einem echten 2. Prozessor, passende Anwendungen vorausgesetzt. Windows 2000 wurde von Microsoft direkt zu Beginn in mehreren Versionen veröffentlicht, wovon jede für ein bestimmtes Aufgabenfeld bestimmt war:
- Windows 2000 Professional ist als Betriebssystem für Workstations ausgelegt.
- Windows 2000 Server ist für den Einsatz als Server ausgelegt.
- Windows 2000 Advanced Server ist für den anspruchsvollen Servereinsatz ausgelegt.
- Windows 2000 Advanced Server Limited Edition Spezielle Version für den Intel Itanium 1 und 2
- Windows 2000 Datacenter Server ist auf schnellere Hardwarezugriffe ausgelegt, es erlaubt bis zu 32 Prozessoren sowie bis zu 64 GByte Arbeitsspeicher.
- Windows 2000 Datacenter Server Limited Edition Spezielle Version für den Intel Itanium 1 und 2

Geschichte

Die erste Beta-Version wurde am 27. September 1997 noch als Windows NT 5.0 herausgegeben, im Oktober 1998 wurde dann der Name Windows 2000 durch Microsoft bekannt gegeben. Nach weiteren Betas und insgesammt drei Release Candidates wurde Windows 2000 am 17. Februar 2000 veröffentlicht, die Datacenter-Version folgte am 29. September 2000. Eine spezielle Version für die Heimnutzung auf Grundlage des Kernels von Windows 2000, ähnlich dem späteren Home Edition von Windows XP, mit dem Codenamen Microsoft Windows Neptune kam über den frühen Alphastatus nicht hinaus. Windows 2000 wird seit April 2005 offiziell nicht mehr vetrieben. Der Mainstreamsupport lief am 30.06.2005 aus.

Systemvoraussetzungen

Windows 2000 Professional


- Pentium-kompatible