Hebräisches AlphabetDas hebräische Alphabet ist das Alphabet der antiken und modernen hebräischen Schriftsprache und des biblischen und talmudischen Aramäisch. Daneben wurden und werden teilweise auch andere hauptsächlich von Juden gesprochenen Sprachen oder Sprachformen damit geschrieben, zum Beispiel Jiddisch und Ladino.
Geschichte
Das hebräische Alphabet entwickelte sich aus der phönizisch-kanaanäischen Konsonantenschrift, die später auch von den Aramäern übernommen wurde. Die Buchstabenformen entstanden aus Bildsymbolen, mit denen später der Anfangslaut des jeweiligen Symbols assoziiert wurde (Beispiel:ב ein um 90° gedrehtes Haussymbol - hebräisch בית ['bajit] oder [bet] „Haus“).
Die hebräische Sprache wurde ursprünglich mit der aus der phönizischen Schrift abgeleiteten althebräischen Schrift geschrieben. Älteste Belege sind drei beschriftete Pfeilspitzen aus dem 12. Jahrhundert v. Chr.. Diese Schriftform wurde von den Rabbinen im 2. Jahrhundert als für heilige Texte unbrauchbar erklärt. An ihrer Stelle legten die Rabbinen die bis heute übliche, nach dem babylonischen Exil aus dem jüdisch-aramäischen Duktus entwickelte hebräische Buchschrift oder Quadratschrift als einzig kanonisch geltend fest. Nur die Samaritaner benutzen teilweise bis heute die ältere Schriftform.
Daneben existiert noch eine halbkursive Kanzleischrift und eine reine Kursivschrift.
Form
Die hebräische Schrift wird von rechts nach links geschrieben und gelesen. Eine Unterscheidung von Groß- und Kleinschreibung existiert nicht; allerdings erhalten einige der Buchstaben am Wortende eine besondere Form, die in der Tabelle rechts neben der Standardform erscheint.
Alle Buchstaben sind Konsonanten; allerdings werden vier davon neben ihrer konsonantischen Bedeutung auch dazu benutzt, um als sogenannte matres lectionis (Mütter der Lesung) Vokale darzustellen, vor allem lange Vokale. So werden etwa die beiden Vokale im Wort „Tora“ (Weisung) als Konsonanten Waw und He geschrieben: Taw - Waw - Resch - He; es werden aber nicht alle Vokale so geschrieben, vor allem kurze Vokale bleiben meist unbezeichnet. Nur bei der Schreibung des Jiddischen ist die hebräische Schrift keine Konsonantenschrift mehr, in diesem Fall werden alle Vokale als Buchstaben geschrieben: e als Ajin, a und o als Alef, sowie i, u, ei und oi mit Hilfe von Jod und Waw.
Im 2. Jahrhundert v. Chr. wurden alte Zahlzeichen von den Buchstaben zugewiesenen Zahlwerten abgelöst, die man mit zwei Schrägstrichen zwischen den beiden letzten Ziffern als Zahlen markiert. In heiligen Texten werden Zahlen meist in Worten ausgeschrieben, um Lesefehler und Abschreibfehler zu verhindern. Im heutigen Alltag werden Zahlen meist mit den auch hierzulande üblichen Arabischen Ziffern geschrieben, die Buchstabenschreibweise ist aber beispielsweise für Datumsangaben im jüdischen Kalender weiterhin üblich.
Masoretische Vokalisation
Um die Lesung des reinen Konsonantentexts in Zeiten abnehmender Hebräischkenntnisse zu erleichtern, entwickelten sich verschiedene Systeme der Vokalisation. Durchgesetzt hat sich gegenüber dem palästinischen und babylonischen das tiberiensische System, seit dem 8. Jahrhundert voll ausgebildet. Außer dem Cholem (und dem Punkt im Waw bei dem Schureq) werden alle Zeichen unter den jeweiligen Buchstaben gesetzt. Cholem landet links oberhalb des voranstehenden Konsonanten oder rechts oben auf dem Folgebuchstaben. Die Vokalisation wird heute in manchen Kinderbüchern und bei zum Studium (und nicht zum Gottesdienstgebrauch) vorgesehenen heiligen Schriften verwendet, nicht aber bei Alltagstexten. Handgeschriebene Tora-Rollen, wie sie im Gottesdienst verwendet werden, enthalten keine Vokalisation.
Ein Vokal, der im unvokalisierten Text nicht geschrieben wird, wird im vokalisierten Text durch ein Vokalisationszeichen bezeichnet. Ein Vokal, der im unvokalisierten Text durch einen Buchstaben (eine mater lectionis) dargestellt wird, erscheint im vokalisierten Text als ein Vokalisationszeichen, dem die mater lectionis folgt - diese bleibt also erhalten.
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Als matres lectionis können auftreten: Jod nach Zere oder Chireq, sehr selten auch nach Qames oder Segol; Waw nach Cholem oder als Bestandteil von Schureq; Alef nach fast allen Vokalisationszeichen; He ebenfalls, jedoch nur am Wortende. Vokale mit mater lectionis sind immer lang; Chireq und Segol sind genau dann lang, wenn sie eine mater lectionis haben.
Die Begriffe „lang“ und „kurz“ und die Unterscheidung der beiden Schwa sind für die Silbenstruktur wichtiger als für die tatsächliche Aussprache, wenigstens die heutige. Die langen Vokale stehen in den meisten offenen (nicht durch Konsonant abgeschlossenen) Silben und in betonten mit nur einem Konsonanten abgeschlossenen Endsilben; Schwa wird dabei nicht als Vokal gezählt. Heute werden nur die als Jod geschriebenen Vokale und die in offenen betonten Endsilben lang gesprochen, beispielsweise wird „Schalom“ (Schin - Qames - Lamed - Cholem - Waw - Mem) trotz seiner beiden „langen“ Vokale eher wie „Schallomm“ als wie „Schahlohm“ ausgesprochen. Auch das Schwa mobile wird - außer in manchen Vorsilben - weggelassen, wenn der Rest aussprechbar bleibt.
Siehe auch
- Punktierung (Nikud - ניקוד) in modernem Hebräisch (Ivrith - עברית)
- Quadratschrift, Kursivschrift, Raschi-Schrift, Nekkudim, Teamim
- Hebräische Ziffern
- Kodierung hebräischer Zeichen in Unicode
- Atbash
Kategorie:Alphabet
Kategorie:Hebräisch
ja:ヘブライ文字
ko:히브리 문자
Alphabet
Ein Alphabet (das, altgriechisch ἀλφάβητος [alphábētos]) ist eine Menge von Zeichen zur Abbildung von Lauten einer Sprache. Der Name Alphabet geht auf die ersten beiden Buchstaben des griechischen Schriftsystems zurück (Alpha – α, Beta – β). Analog dazu sagt man im Deutschen A-B-C. Die festgelegte Reihenfolge erlaubt alphabetische Anordnungen, z.B. in Wörterbüchern.
Im Unterschied zu piktografischen bzw. logografischen Systemen, bei denen die Zeichen für Dinge stehen (z.B. Rind, Haus, Kamel), ist ein Alphabet ein phonographisches System: Die Zeichen stehen für Laute, die in der Kombination Worte ergeben. Im Unterschied zur Silbenschrift stehen die Zeichen des Alphabetes in der Regel für jeweils nur ein Phonem.
So funktioniert ein Alphabet
Die Buchstaben eines Alphabetes sind Symbole für die kleinsten bedeutungsunterscheidenden Einheiten der Sprache, die Phoneme (zum Beispiel unterscheiden t und s in Haut und Haus die Bedeutung der Worte). Lautliche Unterschiede, die zwar als solche wahrgenommen aber für eine Sprache nicht bedeutungsunterscheidend sind, bezeichnet man als Allophone (vgl. den Unterschied des ch in Ach! und ich). Alphabete geben also nicht die Laute (siehe Phon) einer Sprache als Buchstaben wieder, sondern Gruppen von Lauten.
In einem idealen Alphabet korrespondierte jedem Phonem genau ein Buchstabe. In der Praxis finden sich aber fast immer Abweichungen:
Es können
- die selben Zeichen für verschiedene Laute gelten (z.B. v in Vogel und Vase)
- die selben Laute mit verschiedenen Zeichen notiert werden (z.B. [f] in Vogel und Fisch).
- mehrere Zeichen für ein einziges Phonem stehen (deutsch sch, engl. sh)
Darüber hinaus geht die Korrespondenz von Laut und Zeichen auch durch den natürlichen Sprachwandel verloren (vergleiche englisch sign, lateinisch signum).
Fehlen in einem Schriftsystem Zeichen für Phoneme, können sprachliche (inhaltliche) Unterschiede eventuell nicht schriftlich wiedergegeben werden. So bestanden einige Alphabete ursprünglich nur aus Konsonanten (Konsonantenschrift). Später wurden sie mit Zeichen für Vokale ergänzt, die als kleine Zusätze (z.B. Punkte, Striche) zu den Konsonanten gesetzt wurden (hebräisches und arabisches Alphabet).
Die Schriftsysteme für die meisten europäischen Sprachen sind Varianten des Lateinischen Alphabets. Dabei wurden den Zeichen für lateinische Laute ähnliche Laute der jeweiligen Sprache zugeordnet. Die selben Zeichen standen in den verschiedenen Sprachen für teilweise unterschiedliche Laute. Zudem ist es im Zuge der Sprachentwicklung zu weiteren Veränderungen der Aussprache gekommen (vgl. j im Deutschen und Englischen).
Da die Zahl der Phoneme in den verschiedenen Sprachen unterschiedlich ist, genügte der Zeichenvorrat des Lateinischen Alphabetes oft nicht. Deshalb wurden zur Darstellung der betreffenden Phoneme Buchstabenkombinationen (ou, ch, sz) und diakritische Zeichen eingeführt(ö, š).
Daneben wurden Varianten der ursprünglichen lateinischen Zeichen (i/j, u/v]) und Ligaturen (ae > æ, uu/vv > w, sz/ss > ß) zu eigenständigen Zeichen weiterentwickelt und gelegentlich auch Buchstaben aus anderen Alphabeten übernommen (þ).
Genaueres siehe unter "Lateinisches Alphabet"; siehe auch "Ligatur".
Phonetisches Alphabet
Ein absolut phonetisches Alphabet wäre in der Praxis unbrauchbar, weil es aufgrund der unzähligen Nuancen einer Sprache unzählig viele Zeichen hätte. Ein in Bezug auf die phonetische Wiedergabe optimiertes Alphabet ist das IPA, bei dem man versucht, möglichst vielen Lautnuancen ein Zeichen zuzuordnen. Man spricht auch von phonetischen Alphabeten, wenn sie phonetische Aspekte ausgeprägt berücksichtigen (z.b. georgisches Alphabet)
Eine phonemische Schreibweise behandelt unterschiedliche Aussprachen desselben Phonems gleich. So wird z. B. in der deutschen Orthografie die unterschiedliche Aussprache des Phonems /d/ von "Hund" in Hund und Hunde nicht berücksichtigt.
Bedeutung der Erfindung
Die kulturhistorische Bedeutung der Erfindung des Alphabetes (im Sinne der Definition), die auf die Phönizier zurückgeht, ist die Erkenntnis, dass die Sprache ein Lautsystem aus nur wenigen Elementen darstellt und sich auch als solches grafisch abbilden lässt.
„Die menschlichen Sprechwerkzeuge können zwar eine riesige Zahl von Lauten erzeugen, doch beruhen fast alle Sprachen auf dem formalen Wiedererkennen von nur ungefähr vierzig dieser Laute durch die Mitglieder einer Gesellschaft.“ (Jack Goody)
Um die Aufzeichnungen der alten Ägypter verstehen zu können, musste man Hunderte, später sogar Tausende Hieroglyphen lernen. Nun genügten zwei Dutzend Zeichen, um sämtliche Gedanken, die überhaupt denkbar sind, zu notieren. Die Einfachheit dieses Systems begünstigte dessen Verbreitung über die halbe Welt.
Spezifische Alphabete und Schriftsysteme
- Deutsches Alphabet
- Liste der Schriftsysteme
- Hebräisches Alphabet
- Arabisches Alphabet
- Georgisches Alphabet
- Griechisches Alphabet
- Kyrillisches Alphabet
- Lateinisches Alphabet
- Fingeralphabet
- Telefonalphabet
- Chinesisches Schriftsystem
- Japanisches Schriftsystem
- ICAO Alphabet
- Beghilos
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Siehe auch: Schrift, Literalität, Alphabetische Schrift, Funkalphabet, Schriftart, Letter, Buchstabe, Analphabeten, Legastheniker
Weblinks
- [http://www.alphabetpage.com/ Europäische Alphabete mit Aussprache (benötigt Quicktime)]
- [http://evertype.com/alphabets/index.html Vollständige Listen europäischer Alphabete]
- [http://www.reliefdruck.com/alphabet.htm Persiflage auf das Alphabet - eine Gemeinschaft von sechsundzwanzig Typen]
- [http://www.omniglot.com/ Sammlung von Alphabeten der Welt]
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als:Alphabet
ja:アルファベット
ko:자모 문자
ms:Aksara
simple:Alphabet
th:อักษร
Hebräische Sprache
Hebräisch gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Torah, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauffolgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache von Jesus von Nazaret war möglicherweise Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischer Siedlung von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden nahm auch das hebräischsprachige Element in der Bevölkerung ab. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Muttersprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern stets auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert. Trotz der jahrtausendelangen Entwicklung sind die Unterschiede zwischen Althebräisch und Neuhebräisch viel weniger bedeutend als zum Beispiel zwischen Altgriechisch und Neugriechisch (siehe griechische Sprache). In Israel wird gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden, in beiden Fällen ist von "Iwrit" die Rede. Von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, ist der Ausspruch überliefert: "Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen."
Geschichte
Man unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch.
Frühgeschichte
Der Gezer-Kalender stammt aus dem Jahre 925 v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Es handelt sich um einen landwirtschaftlichen Kalender aus sieben horizontal geschriebenen Zeilen und einer achten vertikalen Zeile, in denen das phönizische Alphabet verwendet wird.
Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten (siehe dazu Bibelkritik). Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.
Spätere Geschichte
Die Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber das aramäische Alphabet, das als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Torah, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text abgedruckt.
Hebräische Schrift
Siehe dazu den Artikel Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, beginnend mit Aleph.
Grammatik
Hauptartikel: Hebräische Grammatik
In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, der auf Hebräisch Smichut ("Stützung") genannt wird, und dem Besitzverhältnis.
Beispiele für Smichut:
báyit = Haus; lechem = Brot; béit lechem = Haus des Brotes (Bethlehem).
In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt:
aliyá = Einwanderung; nó`ar = Jugend; aliyát hanó`ar = die Einwanderung von Jugendlichen.
Das Besitzverhältnis kann auf hebräisch durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe, die längere Form durch Ableitungen der Präposition schel ("von"). Beispiel:
Sohn = ben
mein Sohn = bni bzw. habén schelí (wörtlich "der Sohn von mir").
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben. Zum Beispiel: der Wortstamm G-N-W bezeichnet die Idee des Stehlens. Daraus werden unter anderem folgende Wörter abgeleitet:
ganáw = Dieb; daraus abgeleitet das deutsche Wort "Ganove"
(aní) gonéw = (ich) stehle
gniwá = Diebstahl
Zum Thema Wortstamm siehe außerdem den Abschnitt "Grammar" im englischen Artikel über die semitischen Sprachen, :en:Semitic languages.
Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit a oder th, das entspricht jeweils den hebräischen Buchstaben "He" bzw. "Taw". Beispiel: Judith, `Ivrith. Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort "lájla" (Nacht) mit dem Buchstaben "He" und ist trotzdem männlich.
Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe.
Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel "ha" definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: no`ar = Jugend, hano`ar = die Jugend.
Hebräische Verben verfügen heute über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterscheiden wird. Beispiel:
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Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin der Vergangenheit, Beispiel katáw: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen.
Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
- lichtów: schreiben, davon abgeleitet:
- michtáw: Brief
- lëhachtíw: "zu schreiben geben", d.h. diktieren, vorschreiben, davon abgeleitet:
- hachtawá: Diktat
- lëhitkatéw: "einander schreiben", d.h. korrespondieren, davon abgeleitet:
- hitkatwút: Korrespondenz
Sprachen mit starken hebräischen Einflüssen
In den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden.
Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrt
Durch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoss, Jubeljahr, Kainsmal.
Vornamen hebräischen Ursprungs sind so weit verbreitet wie das Christentum: Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Maria, Miriam, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere.
Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z.B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt])
Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden, waren viele von ihnen im Handel oder im Geldwesen tätig. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn. In die Kriminalität abgedrängte Juden steuerten einige Worte und Redewendungen der Gaunersprache bei, z.B. Ganoven (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus.
Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Kultursprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung für Zeitung: iton lässt den deutschen Einfluss nicht auf den ersten Blick erkennen. Das Wort ist jedoch eine Ableitung von et = Zeit, genau wie im Deutschen.
Siehe auch
- Protosemitisches Alphabet
- Phönizisches Alphabet
- Hebräische Buchstaben: Aleph, Beth, Gimel usw.
- Hebräische Ziffern
- Nikud
- :Kategorie:Hebräisch
Literatur
- Metzler Lexikon Sprache, 1993
- Wilhelm Gesenius, Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, Olms 1973
- Umberto Eco, Die Suche nach der vollkommenen Sprache, dtv 1993 (befasst sich nur nebenbei mit der hebräischen Sprache, ist aber trotz des häufigen Gebrauchs von Fremdwörtern sehr lesenswert)
- [alt] Hans Peter Althaus, Kleines Lexikon deutscher Wörter jiddischer Herkunft, C.H.Beck 2003
Grammatiken und Wörterbücher:
- Hans Peter Stähli, Hebräische Kurzgrammatik (pädagogisch gut gemacht, sehr plausibel)
- Wilhelm Gesenius, Hebräische Grammatik, 10. Aufl. 1831 (immer noch unschlagbar tiefschürfend)
- Gesenius/Kautsch/Bergsträsser, Hebräische Grammatik, Olms 1995 (die beste und teuerste)
- Jutta Körner, Hebräische Studiengrammatik, Langenscheid 1996 (ausführlich)
- Ernst Jenni, Lehrbuch der hebräischen Sprache des alten Testamentes, 1981 (Schulbuch für Gymnasien konzipiert)
- Thomas O. Lambdin, Lehrbuch Bibel-Hebräisch 1999 (aus dem Amerikanischen)
- Rudolf Meyer: Hebräische Grammatik, Berlin 1992
- Wilhelm Gesenius: Hebräisches Handwörterbuch, Berlin 1962
- Georg Fohrer, Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament, Berlin | New York 1997
- Frank Matheus, Einführung in das Biblische Hebräisch I, Studiengrammatik, Münster 1997
- Frank Matheus, Einführung in das Biblische Hebräisch II, Studienbuch für das Gruppen- und Selbststudium, Münster 1997
Zur Sprachgeschichte:
Feldhendler,Marie-Paule : Grammaire de l'hébreu israélien.Ellipses.France 2004.
- haUniversita haPetucha: Peraqim beToledot haLashon ha'Ivrit 1-11. Tel Aviv.
- Kutscher, Eduard Yechezkel: A History of the Hebrew Language. Jerusalem 1982.
- Sáenz-Badillos, Angel: A History of the Hebrew Language. Cambridge 1996.
Weblinks
- http://www.hebreu.org
- http://www.alanwood.net/unicode/hebrew.html (englisch)
- http://www.nirdagan.com/hebrew/ (englisch)
- http://www.hebraicum.de/
- http://www.faithofgod.net/davar/ DAVAR - hebrew dictionary (freeware,englisch)
- http://www.ivrit4u.org
- http://www.ivrit4u.com
- [http://www.kzu.ch/fach/as/aktuell/2000/03_schalttag/gezer_01.htm Kalender von Gezer]
- [http://www.etymologie.info/~e/_e/_e-wwdmon.html Website Etymologie]
- [http://www.archiv-vegelahn.de/nachschlagwerke_hebraeisch.html Bibliographie Nachschlagwerke hebräisch]
- [http://www.mikledet.com Mikledet.com]: Mit Mikledet können Sie Hebräischen E-Mails schicken ohne eine Hebräischen Tastatur zu haben.
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Kategorie:Einzelsprache
ja:ヘブライ語
ko:히브리어
simple:Hebrew language
th:ภาษาฮีบรู
Talmud
Der Talmud (hebräisch: תלמוד, Belehrung, Studium) ist nach dem Tanach das bedeutendste Schriftwerk des Judentums. Er ist sehr viel umfangreicher als die Bibel, vollständige Ausgaben kommen auf fast 10.000 Seiten in einem Dutzend Bänden. Es gibt verschiedene Traditionen des Talmud.
Entstehung und Bedeutung
Der Talmud liegt in zwei großen Ausgaben vor. Nach Umfang und inhaltlichem Gewicht ist der Talmud Bavli, der Babylonische Talmud, das bedeutendere Werk. Er entstand in den relativ großen, geschlossenen jüdischen Siedlungsgebieten, die nach der Zerstörung Jerusalems durch die Römer im judenfreundlicheren Perserreich existierten, genauer gesagt im Gebiet des heutigen Irak. Als maßgebliche Autoren gelten die Rabbiner Abba Areka (genannt Raw), Samuel Jarchinai (Mar) sowie Rab Aschi.
Daneben steht der erheblich kürzere, in seinen Bestimmungen oft weniger strenge und weniger wichtige Talmud Jeruschalmi, der in Palästina entstand und daher der Palästinische oder Jerusalemer Talmud genannt wird. Hier gilt nach jüdischer Tradition, die auf Maimonides zurückgeht, als wichtigster Autor Rabbi Jochanan.
Wenn einfach vom Talmud gesprochen wird, ist in der Regel der Babylonische Talmud gemeint.
Der erste Druck des Talmud stammt von Daniel Bomberg, einem aus Antwerpen gebürtigen Christen, der zwischen 1516 und 1549 in Venedig tätig war. Die von Bomberg eingeführte Folio-Zählung wird heute noch benutzt.
Aufbau und Inhalt
Es gibt verschiedene Methoden der Stoffgliederung im Talmud:
Überlieferungsschichten
Kernstück des Talmud ist die Mischna (hebräisch: משנה Wiederholung). Es handelt sich hierbei um jenen Teil der Tora (תורה), den Gott Moses am Berg Sinai mündlich geoffenbart hat und der in der Folgezeit auch zunächst nur mündlich weitergegeben, in den beiden ersten Jahrhunderten u.Z. schließlich aber doch kodifiziert wurde. Ihre endgültige Form gefunden hat die in Hebräisch abgefasste Mischna im 2. Jahrhundert u. Z. unter redaktioneller Federführung von Jehuda ha Nasi. Sie ist im babylonischen und im palästinischen Talmud identisch.
Die zweite Schicht des Talmud ist die Gemara (aramäisch: גמרא Lehre, Wissenschaft), die aus Kommentaren und Analysen zur Mischna in Aramäischer Sprache besteht. Sie sind die Frucht umfangreicher Diskussionen unter jüdischen Gelehrten insbesondere in den Hochschulen Palästinas und Babyloniens. Ausgehend von den meist rein juristischen Fragestellungen wurden Verbindungen zu anderen Gebieten wie Medizin, Naturwissenschaft, Geschichte oder Pädagogik hergestellt. Auch wurde der eher sachliche Stil der Mischna mit diversen Fabeln, Sagen, Gleichnissen, Rätseln etc. angereichert. Die Gemara war zwischen dem 5. und 8. Jahrhundert u.Z. abgeschlossen. Anders als die einheitliche Mischna weicht die Fassung der Gemara in der babylonischen und der palästinischen Talmudausgabe voneinander ab.
Beim Babylonischen Talmud kommen schließlich als dritte Schicht die Kommentare aus späterer Zeit hinzu. Hervorzuheben sind insofern insbesondere jene von Rabbi Schlomo ben Jizchak (genannt „Raschi“), einem im 11. Jahrhundert in Frankreich und Deutschland wirkenden Talmud-Gelehrten.
Die ständige Fortentwicklung der Tradition durch Diskussionen, Kommentare und Analysen prägt den durchgängig dialektischen Stil des Talmud. Das bevorzugte Mittel der Darstellung ist der Dialog zwischen verschiedenen rabbinischen Lehrmeinungen, der am Ende zu einer Entscheidung führt und den maßgeblichen Stand der Tradition wiedergibt.
Üblicherweise sind die einzelnen Textteile so angeordnet, dass sich die Mischna in der Mitte befindet. Links und unten wird sie L-förmig von der Gemara umrahmt. Der Textstreifen am oberen Innenrand einer Seite enthält die Kommentare Raschis, der am Außenrand und ggf. am unteren Rand schließlich etwaige weitere Kommentare.
Stilistische Einteilung
Quer zur bereits genannten Einteilung des Talmud in die drei Überlieferungsschichten steht die Einteilung in die gesetzliche Bestimmungen (Halacha, הלכה) und die erzählerischen oder erbaulichen Betrachtungen (Haggada, הגדה). Sie findet sich nur in den beiden Kommentarschichten, nicht aber in der ausschließlich aus Halacha bestehenden Mischna.
In seinem Gedicht Jehuda Ben Halewy vergleicht Heinrich Heine die Halacha mit einer „Fechterschule, wo die besten dialektischen Athleten (…) ihre Kämpferspiele trieben.“. Die Haggada sein indes „ein Garten, hochphantastisch“, in dem es „schöne alte Sagen, Engelmärchen und Legenden“ gebe, „stille Märtyrerhistorien, Festgesänge, Weisheitssprüche (…).
Sachliche Einteilung
Eine dritte Gliederungssystematik schließlich fußt auf sachlichen Prinzipien. Beide Talmude sind, wie die ihnen zugrundeliegende Mischna, in 6 „Ordnungen“ (seder, סדר) eingeteilt, diese wiederum in 7-12 Traktate (masechet, מסכת). Die Traktate wiederum bestehen aus Abschnitten und letztlich aus einzelnen Mischnas.
Die Titel der Ordnungen lauten:
- Zeraim (זרעים, “Aussaat“): Landwirtschaftliche Abgaben an Priester, soziale Bedürftige, Fremdlinge
- Moed (מועד, „Festzeiten“): Fest- und Fasttage
- Nashim (נשים, „Frauen“): Familienrecht
- Nezikin (נזיקין, „Schäden“): Straf- und Schadensersatzrecht
- Kodshim (קדשים, „Heiligtümer“): Opferkult u.a.
- Tohorot (טהרות, „Reinigungen“): Reinheit von Opferstätten u.a.
Sprache
Neben dem Hebräisch ist vor allem Aramäisch Sprache des Talmuds. Der Talmud wird gewöhnlich in den Originalsprachen studiert.
Im Jüdischen Verlag erschien 1929 - 1936 die erste und bisher einzige vollständige und unzensierte deutsche Übersetzung des Babylonischen Talmud. Die Übersetzung stammt von Lazarus Goldschmidt. Diese Ausgabe umfasst 12 Bände. Im Seitenaufbau weicht sie von den gängigen Ausgaben ab. Die Mischna ist in Kapitälchen gesetzt. Darunter folgt die Gemara im normalen Satz. Sie wird jeweils mit dem in Großbuchstaben gesetzten Wort "Gemara" eingeleitet. Zusätzliche Anmerkungen zur Mischna oder Gemara sind als Fußnoten gesetzt. In der Originalausgabe und in den Nachdrucken gibt es nur ein Inhaltsverzeichnis pro Band, kein Gesamtverzeichnis für alle Bände. Auch die Einteilung in Sektionen geben diese Verzeichnisse nicht wieder.
In judenfeindlichen Publikationen werden seit dem Mittelalter Stellen aus dem Talmud zitiert, um die jüdische Tradition in Misskredit zu bringen. Teilweise handelt es sich bei den "Zitaten" um schlichte Fälschungen. Aber auch die echten Zitate sind in der Regel aus dem Zusammenhang gerissen und missachten die im Talmud vorherrschende Form der dialogischen Annäherung an ein Thema. Talmudische Diskussionen zwischen den Positionen einzelner Rabbinen und verschiedener Schulen spiegeln den Prozess der Verschriftlichung der mündlich überlieferten Tora. In solchen Auseinandersetzungen werden oft auch bewusst abstruse Thesen (etwa: "Nichtjuden sind keine Menschen") in die Diskussion geworfen, um sie daraufhin im Dialog zu widerlegen. Antijudaisten verwenden bevorzugt solche Thesen, verschweigen jedoch die folgenden Antithesen, sodass ein verfälschter Gesamteindruck zu den religiösen Leitlinien des Talmuds und damit auch der jüdischen Religion entsteht.
Talmud-Gelehrte
Die wichtigsten Talmud-Gelehrten des 20. Jahrhunderts:
- Rabbi Shlomo Zalman Auerbach
- Rabbi Yechiel Michel Epstein (Autor des halachischen Werkes Aruch HaShulchan).
- Rabbi Moshe Feinstein
- Rabbi Yosef Eliahu Henkin
- Rabbi Yisrael Meir Kagan (der Chofetz Chaim, Autor der Mishnah Berurah)
- Rabbi Avraham Yesha'yahu Karelitz (der sog. Chazon Ish)
- Rabbi leazar Menachem Shach
- Rabbi Joseph Soloveitchik
- Rabbi Adin Steinsaltz
- Rabbi Yehiel Yaakov Weinberg (Seridei Eish)
- Rabbi Louis Ginzberg
- Rabbi Saul Lieberman
- Dr. Judith Hauptman
- Rabbi David Weiss Halivni
- Rabbi Jacob Neusner
Ausgaben
- L. Goldschmidt (Übersetzer): Der Babylonische Talmud (12 Bde.). Frankfurt/M. 2002, ISBN 3-633-54200-0
- The Schottenstein Edition Talmud Bavli English Edition. Mesorah Artscroll. New York
- The Safra Edition Talmud Bavli. Franzöische Übersetzung aus dem Mesorah Artscroll Verlag. New York
Literatur
- H.L. Strack, G. Stemberger: Einleitung in Talmud und Midrasch. München 1982, ISBN 3406082823
- Leo Prijis, Die Welt des Judentums, München 1982, ISBN 3406084613, S. 55ff.
- Barbara Beuys, Heimat und Hölle - Jüdisches Leben in Europa durch zwei Jahrtausende, Reinbek 1996, ISBN 3498005901, S. 114ff.
- Zadoq ben Ahron: [http://www.melzerverlag.de/product_info.php?manufacturers_id=23&products_id=49 Lexikon des Talmuds ]
Weblinks
- [http://www.talmud.de/Talmud.htm Talmud.de] (Übersicht mit einer Liste der einzelnen Traktate)
- [http://mdz1.bib-bvb.de/~talmud/ Babylonischer Talmud, Pergamenthandschrift, Frankreich (?) 1342, Signatur: Cod. hebr. 95] (Online-Dokumentation einer Talmud-Ausgabe, Bayerische Staatsbibliothek - Münchener Digitalisierungszentrum)
- [http://www.diss-duisburg.de/Internetbibliothek/Artikel/1%20ArtiikelFebruar2005.htm Dokumentation "Gefälschte Talmud-Zitate vor Gericht"] (Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung, DISS)
- http://www.juedisches-recht.de/
Siehe auch
- Judaismus, Tora, Mischna, Gemara, Traktat, Rabbiner, Jeschiwa, Klaus
- Portal:Religion, Portal:Bibel, Portal:Judentum
!
Kategorie:Judentum
Kategorie:Jüdische Theologie
ja:タルムード
Aramäische Sprache
Die aramäische Sprache (Aramäisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen, die ein Zweig der afro-asiatischen Sprachfamilie sind. Das Aramäische ist mit dem Hebräischen eng verwandt.
Der Sprachcode nach ISO 639-3 ist arc.
Sprachgeschichte
Die bisher bekannten ältesten Zeugnisse des Aramäischen stammen aus dem 10. oder 9. Jh. v. Chr. Bereits in assyrischer Zeit kam dem Aramäischen als internationaler Handels- und Diplomatiesprache große Bedeutung zu. Neuassyrische Reliefs zeigen nebeneinander Schreiber, die mit einem Griffel auf Tontafeln schreiben, sich also vermutlich der akkadischen Sprache bedienten, und Schreiber mit Schriftrollen, die aramäische Texte verfassen. Aramäische Inschriften des 7. Jh. sind zum Beispiel aus Zincirli und Nerab in Nordsyrien/Südostanatolien bekannt.
Im mehrsprachigen Perserreich wurde Aramäisch unter den Achämeniden zur offiziellen Reichssprache („Reichsaramäisch“); es war von Kleinasien und Ägypten bis zum Indus verbreitet. Die immer größer werdende Bedeutung spiegelt sich auch im Alten Testament wider, wo einige Textpassagen in aramäischer Sprache verfasst sind. Da das Hebräische in der 2. Hälfte des 1. Jt. v. Chr. Zeit die Schriftzeichen des Aramäischen übernommen hat (sog. Quadratschrift), werden heute beide Sprachen in derselben Schrift mit 22 Konsonantenzeichen geschrieben.
In Palästina hat das Aramäische das Hebräische zunehmend verdrängt. Zur Zeit von Jesus wurde dort überwiegend aramäisch gesprochen, und aramäische Wendungen innerhalb des griechischen Neuen Testaments zeigen, dass Aramäisch auch die Sprache Jesu war. Auch zahlreiche Texte, die in Qumran gefunden wurden, sind aramäisch verfasst. Da in der rabbinischen Literatur das Wort 'aramäisch' aber mit heidnisch gleichgesetzt war, bezeichnete man die Sprache lieber als "syrisch".
Die palästinischen Targume (Bibelübersetzungen) und der palästinische bzw. Jerusalemer Talmud sind als Vertreter des palästinischen Aramäisch bzw. des West-Aramäischen anzusehen. Daneben gab es das Ost-Aramäische, in dem der babylonische Talmud verfasst wurde. Ein wichtiger weiterer aramäischer Sprachzweig ist das Syrische (Syrische Sprache), das z. B. in der Peschitta (aramäische Bibelübersetzung) und in Schriften der sog. Kirchenväter dokumentiert ist. Nahe verwandt sind auch das Samaritanische und das Mandäische.
Aus Teima in Arabien sind aramäische Inschriften bekannt, die um 500 v. Chr. datieren. Auch im Gebiet der Nabatäer wurden zahlreiche aramäische Inschriften gefunden, wie auch auf dem Sinai. Aus parthischer Zeit stammen zahlreiche Ostraka in aramäischer Sprache aus Nisa in Turkmenistan. Dabei handelt es sich vor allem um Wirtschaftstexte, Bestellungen der Palastküche.
Mit der Ausbreitung des Islam wurde das Aramäische zunehmend vom Arabischen zurückgedrängt; heute wird es in Form des Neu-Aramäischen in verschiedenen Dialekten nur noch in einigen Dörfern im Libanon, in Syrien und im Irak gesprochen.
Sprachen, die aus dem Alt- und Mittel-Aramäischen hervorgegangen sind, werden heute von ca. 7 Millionen Menschen gesprochen, die vornehmlich in Australien, in den USA, in Kanada, in Brasilien, in Argentinien, in Mexiko, im Libanon, in Jordanien, in Syrien, im Irak und in Europa leben.
Literatur
- Klaus Beyer, Einleitung, in: ders., Die aramäischen Texte vom Toten Meer, Göttingen 1984, S. 20–153 (Abriß der Sprachgeschichte von der Antike bis zur Moderne, geschrieben von einem der führenden Semitisten der Gegenwart)
Weblinks
- [http://www.Peshitta.org Syrisch-aramäische Bibel]
- [http://www.yauno.com/modules.php?name=News&file=article&sid=213 Artikel über die Geschichte der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien]
- [http://www.margabrielverein.de/mitteilung02/mitteilung7.htm Ist der Koran aramäischer Herkunft?]
Siehe auch: Sprache
Kategorie:Einzelsprache
Kategorie:Semitische Sprache
ja:アラム語
ko:아람어
JudenAls Juden bezeichnet man die Angehörigen des jüdischen Volks bzw. der jüdischen Religion. Dabei ist jedoch der Begriff "jüdisches Volk" nicht als Nationalität anzusehen; vielmehr sehen sich die Juden nicht nur als Angehörige einer Glaubensgemeinschaft, sondern als das Volk in dem Sinne, dass sie sich mehrheitlich als Nachkommen ihres Stammvaters Ja'akob verstehen.
Im historischen Sinne bezeichnet der Begriff nur die Angehörigen des Stammes Juda, einer der zwölf Stämme Israels. Das deutsche Wort "Jude" kommt vom hebräischen j'hudi, was soviel wie "Bewohner des Landes Juda" bedeutet.
Aufgrund der Verwobenheit vom jüdischen Volk und Glauben sowie jüdischer Tradition und Geschichte greifen rein zivilisatorische, ethnische oder religiöse Ansatzpunkte zu kurz, um den Begriff genau zu umschreiben. Im Folgenden werden die heute am häufigsten benutzten Definitionen der Zugehörigkeit zum Judentum kurz aufgezeigt.
Entstehung des Judentums
Als Urvater der Juden gilt Abraham, der wahrscheinlich um 1800 v. Chr gelebt hat. Er war wohl der Führer eines westsemitischen Nomadenstammes, der irgendwo zwischen dem Mittelmeer und Mesopotamien lebte. Als Stifter der jüdischen Religion (man nannte sie bis ins ca. 5. Jahrhundert v. Chr „israelitische Religion“) gilt Moses (daher auch "mosaische Religion"). Um 1200 v. Chr. wurden die heutigen Grundaussagen festgelegt. Als eigentlicher Begründer des heutigen Judentums gilt Esra (um 6./5. Jahrhundert v. Chr.).
Begriff in der jüdischen Tradition
Innerhalb der Halacha, den jüdischen Gesetzen und Traditionen, gilt jeder Mensch als Jude, der eine jüdische Mutter hat, unabhängig davon, ob oder wie sehr er die jüdischen Glaubensvorschriften befolgt oder nicht. Dabei ist es Bedingung, dass die Mutter bei der Empfängnis Jüdin nach der Halacha sein muß. Wenn also eine nichtjüdische Frau vor der Geburt des Kindes zum Judentum konvertiert ist, sind die Kinder Juden. Wenn aber eine als Jüdin geborene Frau vor der Geburt der Kinder zu einer anderen Religion konvertiert oder konfessionslos wird, sind die Kinder keine Juden. Außerdem gilt als Jude, wer formell die Konversion zum Judentum (Gijur genannt) vollzogen hat. Einfacher Glaube an die jüdische Religion reicht nicht aus.
Das Prinzip der Halacha wird im Talmud auf die Tora zurückgeführt, weswegen man davon ausgehen kann, dass es schon seit Entstehung des Judentums seine Gültigkeit hat. Dadurch entwickelte sich eine Kultur, die über lange Zeit stabil blieb und den Juden eine eigene Identität bewahrte, obwohl sie über fast zwei Jahrtausende hinweg keinen eigenen Staat, vor allem kein eigenes Staatsgebiet hatten. Ihre Heimat war und ist der ewige Bund Gottes mit Abraham und das an Moses und die anderen Propheten verkündete ewige Gesetz Gottes. Eine gleiche Phase der Diaspora (Zerstreuung) hatte das Volk Israel bereits in der babylonischen Verbannung überstanden. Heimgekehrt nach Jerusalem, begrenzten die Kinder Israels ihre völkische Einheit erneut auf die leiblichen Nachfahren Abrahams, Isaaks und Jakobs (Israels). Damals erreichte der Prophet Esra, dass Juden, die sich mit nichtjüdischen Frauen verbunden hatten, diese und die mit ihnen gezeugten Mischlingskinder verstoßen mussten.
Neubewertungen
Mit dem Aufkommen der Aufklärung kam es auch innerhalb des Judentums zur Diskussion über den Sinn mancher Gesetze der Tora. So genannte Reformjuden oder liberale Juden begannen, ältere Bräuche, unter anderem auch die Frage, wer Jude ist und wer nicht, in Frage zu stellen. So kam es - vor allem in West- und Mitteleuropa, wo die Assimilationsbestrebungen weitaus stärker waren als im Osten - zu einer allmählichen Lockerung der bislang so engen Definition von "Jude". Die meisten modernen jüdischen Gemeinden - z.B. in den USA oder Großbritannien - vertreten heute eine andere, weniger strenge Fassung des Begriffs "Jude".
Im Reformjudentum in den USA und im liberalen Judentum Großbritanniens wird eine einfachere Konversion akzeptiert und es werden auch Kinder eines jüdischen Vaters und einer nichtjüdischen Mutter als Juden angesehen, wenn diese Kinder jüdisch erzogen wurden. Diese Abweichung von der traditionellen Sichtweise hat zu Spannungen mit traditionellen (konservativen, orthodoxen) Juden geführt.
Im Staat Israel
Das Parlament des Staates Israel, die Knesset, hat in einer ersten Fassung des Heimkehrgesetzes 1950 zwar bestimmt: "Jeder Jude ist berechtigt, in das Land einzuwandern." Damit war aber nicht geregelt, wer als Jude gelten darf. Behördliche und gerichtliche Auseinandersetzungen zwangen die Knesset im Jahre 1970 jedoch dazu, des Heimkehrgesetz (die so genannte "Law of Return"), neu zu formulieren. Als Jude gilt seither in Israel derjenige, dessen Mutter oder Großmutter, Urgroßmutter oder Ururgroßmutter (jeweils mütterlicherseits) religiöse Jüdinnen waren, oder der, der nach den orthodoxen religiösen Regeln zum Judentum konvertiert ist. Diese Definition folgt der des Talmud, fügt aber das Ausschlussmerkmal "nicht einer anderen Religion angehörend" hinzu. Jude ist nach offiziellem israelischem Verständnis keine Bezeichnung einer Nationalität, weil alle Juden der Welt unabhängig von ihrer Staatsbürgerschaft zum jüdischen Volk gehörten. Israel ist nach zionistischem Verständnis der "Staat des jüdischen Volkes".
Literatur
- Landmann, Salcia: Wer sind die Juden?. München, 1982, ISBN 3-423-00913-6
- Eisak Schlomer / Peter Guttkuhn: Liebes, altes, jüd'sches Moisling. 3. Aufl. Lübeck 1988
Weblinks
- [http://www.juden.de/ Juden in Deutschland]
- [http://www.schechina.org/ Die Lehren der Juden]
- [http://www.jewish-forum.de/ jüdisches Diskussionsforum]
- [http://www.synagoge.de/ jüdische Gemeinden in Deutschland]
- [http://www.chabad.de/ Chabad Deutschland]
- [http://www.talmud.de/ jüdisches Leben in Deutschland]
- [http://www.hagalil.com/ Jüdisches Internetportal]
- [http://www.judentum-projekt.de/ Jüdische Geschichte und Kultur]
- [http://www.liberale-juden.de/ Progressives Judentum in Deutschland, Österreich und der Schweiz]
- [http://www.chotzen.de/ Jüdisches Leben in Deutschland 1914-2005, Website der Bundeszentrale für politische Bildung und des Deutschen Historischen Museums (dt.&engl.)]
Siehe auch
- Portal:Judentum
- Judenfeindlichkeit
- Zionismus
- Holocaust
- Nürnberger Gesetze
- Religion während des Nationalsozialismus
Kategorie:Judentum
Kategorie:Ethnie
ja:ユダヤ人
ko:유대인
simple:Jew
th:ยิว
Sephardische SpracheDas Sephardische oder Ladino (Dzhudezmo, Judezmo, Judäo-Spanisch, Judenspanisch, Spanyol, in Marokko auch Hakitia) ist die traditionelle romanische Sprache der sephardischen Juden. Ladino ist nicht mit der ladinischen Sprache zu verwechseln.
In den 1990er-Jahren wurde die Sprache noch von etwa 150.000 Menschen gesprochen, zwei Drittel davon in Israel. Alle Sprecher sprechen zumindest eine weitere Sprache fließend. Die Sprache besitzt nirgendwo offiziellen Status. Es gibt Zeitungen und Radioprogramme in der Sprache. Außerhalb Israels und der Türkei gibt es Sprecher vor allem in Griechenland, Bulgarien und dem ehemaligen Jugoslawien. Ladino ist vor allem in Israel vom Aussterben bedroht, da es dort vom Ivrith verdängt wird. Auch in anderen Ländern ist es sehr stark gefährdet.
Geschichte
Während des Mittelalters waren Juden wesentlich an der Verbreitung des Kastilischen (Hochspanischen) als Wissenschaftssprache beteiligt. Nach der Vertreibung der Juden aus Spanien (Sepharad) um 1492 im Zuge der Reconquista (Wiedereroberung) durch die Katholischen Könige breitete sich die kastilische Sprache über Südeuropa, den Nahen Osten und Nordafrika aus.
Während der (sprachliche) Kontakt zum spanischen Mutterland in den sephardischen Gemeinschaften Englands, Italiens und Amsterdams erhalten blieb, hatten die in das ottomanische Reich (Griechenland, Türkei, Balkan, Nordafrika) geflüchteten Juden kaum mehr Kontakt dorthin. Im "christlichen" Europa machte das Sephardische daher eine ähnliche Entwicklung mit wie das Kastilisch-Spanische. Im "muslimischen" Raum erhielten sich dagegen viele ältere Formen.
Während des Holocaust wurden sephardisch sprechende wie alle anderen Juden verfolgt und ermordet. Städte, in denen ehemals mehrheitlich sephardisch gesprochen wurde, wie Saloniki, haben heute keine nennenswerte jüdisch-sephardische Minderheit mehr. Die sephardische Gemeinschaft der Türkei allein blieb weitgehend verschont. Dasselbe gilt für die jüdischen Einwohner Bulgariens, da sich ihre nichtjüdischen Mitbürger massiv gegen die angeordnete Registrierung und später die Deportationen der alteingesessenen Juden wehrten.
Sephardisch als Schriftsprache
Die Sprache wird heute hauptsächlich in lateinischer Schrift geschrieben. Vereinzelt findet sich auch noch das hebräische Alphabet. Das kyrillische und griechische Alphabet wurde in der Vergangenheit auch benutzt.
Dialekte
Bedingt durch das ausgedehnte geografische Verbreitungsgebiet haben sich verschiedene Dialekte entwickelt.
Die Dialekte des Balkans (orientalisches Sephardisch) sind stärker durch die türkische Sprache und die griechische Sprache beeinflusst, die nordafrikanischen Dialekte (westliches Sephardisch) verstärkt von arabischen und französischen Elementen.
Westliches Sephardisch
Language code nach ISO 639-2: lad.
Weblinks
- http://www.jewish-languages.org/judeo-spanish.html
Siehe auch
-
- Donme
- Sabbatai Zewi/Zvi
- Jiddische Sprache
Kategorie:Romanische Sprache
Kategorie:Sephardim
Kategorie:Spanische Sprache
als:Ladino
ja:ジュデズモ語
Phönizische Schrift
Die phönizische Schrift ist eine linksläufige Konsonantenschrift aus 22 Zeichen in der Reihenfolge des Abdschad, die vom 11. bis 5. Jahrhundert v. Chr. in Palästina und Syrien verwendet wurde. Mit ihr wurde nicht nur die phönizische Sprache, sondern lange auch die aramäische, hebräische und andere semitische Sprachen geschrieben.
Sie wurde im 11. Jahrhundert v. Chr. von den Phöniziern durch Abstrahierung der protokanaanäischen Schrift erfunden, das älteste Zeugnis ist eine Inschrift auf dem Sarkophag des Ahiram von Byblos (um 1000 v. Chr.). Aus der Phönizischen Schrift entstanden die Aramäische Schriften, die Griechische Schrift, die in Karthago benutzte Punische Schrift und die Samaritanische Schrift und damit fast alle heutigen alphabetischen Schriften.
Siehe auch
- Phönizisches Alphabet
- Arabische Schrift,
- Byblos-Schrift,
- Hieroglyphen,
- Sampi (Tsade)
Kategorie:Alphabet
Kategorie:Schrift
Kategorie:Phönizier
ja:フェニキア文字
Kanaanäischkategorie:Semitische Sprache
Die Kanaanäischen Sprachen (auch Kanaanitisch) sind eine Untergruppe der Semitische Sprachen, die von den antiken Bewohnern Kanaans bzw. Palästinas gesprochen wurde. Die meisten kanaanäischen Sprachen starben schon zu Ende des 1. Jahrtausends v. Chr. aus, nur die Hebräische Sprache wurde durch die religiösen Schriften des Judentums überliefert und im 20. Jahrhundert wiederbelebt.
Kanaanäische Sprachen sind:
- Ammonitische Sprache (ausgestorben)
- Moabitische Sprache (ausgestorben)
- Edomitische Sprache (ausgestorben)
- Hebräische Sprache (Sakralsprache)
- Iwrith
- Phönizische Sprache (ausgestorben)
- Punische Sprache (ausgestorben)
- Samaritanische Sprache (ausgestorben)
Die wichtigsten Quellen zur Beschäftigung mit den Kanaanäischen Sprachen sind die hebräische Bibel und einige Inschriften, wie z.B.:
- auf Moabitisch: Mescha-Stele, El-Kerak-Stele
- auf Althebräisch: Gezer-Kalender
- auf Phönizisch: Ahiram-Inschrift, Sarkophag des Eshmunazar[http://www.proel.org/alfabetos/fenicio19.gif]
- auf (Neo-)Punisch: Poenulus von Plautus (Anfang des 5. Akts)
Die kanaanäischen Sprachen bilden zusammen mit dem Aramäischen die westsemitischen Sprachen. Merkmale der kanaanäischen Sprachen sind u.a.:
- Das als bestimmter Artikel benutzte Präfix h- (im aramäischen stattdessen das Suffix -a)
- Das Pronomen der 1. Person Singular ʾnk (אנכ - anok(i)) (dagegen Aramäisch ʾnʾ/ʾny) Die kanaanäische Form ist im Gegensatz zur entsprechenden aramäischen Form ʾnʾ/ʾny die alte Proto-Afro-Asiatische Form (vgl. Ägyptisch jnk)
Links
- [http://www.kchanson.com/ANCDOCS/westsem/westsem.html Einige Westsemitische Inschriften] (englisch)
Aramäische Sprache
Die aramäische Sprache (Aramäisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen, die ein Zweig der afro-asiatischen Sprachfamilie sind. Das Aramäische ist mit dem Hebräischen eng verwandt.
Der Sprachcode nach ISO 639-3 ist arc.
Sprachgeschichte
Die bisher bekannten ältesten Zeugnisse des Aramäischen stammen aus dem 10. oder 9. Jh. v. Chr. Bereits in assyrischer Zeit kam dem Aramäischen als internationaler Handels- und Diplomatiesprache große Bedeutung zu. Neuassyrische Reliefs zeigen nebeneinander Schreiber, die mit einem Griffel auf Tontafeln schreiben, sich also vermutlich der akkadischen Sprache bedienten, und Schreiber mit Schriftrollen, die aramäische Texte verfassen. Aramäische Inschriften des 7. Jh. sind zum Beispiel aus Zincirli und Nerab in Nordsyrien/Südostanatolien bekannt.
Im mehrsprachigen Perserreich wurde Aramäisch unter den Achämeniden zur offiziellen Reichssprache („Reichsaramäisch“); es war von Kleinasien und Ägypten bis zum Indus verbreitet. Die immer größer werdende Bedeutung spiegelt sich auch im Alten Testament wider, wo einige Textpassagen in aramäischer Sprache verfasst sind. Da das Hebräische in der 2. Hälfte des 1. Jt. v. Chr. Zeit die Schriftzeichen des Aramäischen übernommen hat (sog. Quadratschrift), werden heute beide Sprachen in derselben Schrift mit 22 Konsonantenzeichen geschrieben.
In Palästina hat das Aramäische das Hebräische zunehmend verdrängt. Zur Zeit von Jesus wurde dort überwiegend aramäisch gesprochen, und aramäische Wendungen innerhalb des griechischen Neuen Testaments zeigen, dass Aramäisch auch die Sprache Jesu war. Auch zahlreiche Texte, die in Qumran gefunden wurden, sind aramäisch verfasst. Da in der rabbinischen Literatur das Wort 'aramäisch' aber mit heidnisch gleichgesetzt war, bezeichnete man die Sprache lieber als "syrisch".
Die palästinischen Targume (Bibelübersetzungen) und der palästinische bzw. Jerusalemer Talmud sind als Vertreter des palästinischen Aramäisch bzw. des West-Aramäischen anzusehen. Daneben gab es das Ost-Aramäische, in dem der babylonische Talmud verfasst wurde. Ein wichtiger weiterer aramäischer Sprachzweig ist das Syrische (Syrische Sprache), das z. B. in der Peschitta (aramäische Bibelübersetzung) und in Schriften der sog. Kirchenväter dokumentiert ist. Nahe verwandt sind auch das Samaritanische und das Mandäische.
Aus Teima in Arabien sind aramäische Inschriften bekannt, die um 500 v. Chr. datieren. Auch im Gebiet der Nabatäer wurden zahlreiche aramäische Inschriften gefunden, wie auch auf dem Sinai. Aus parthischer Zeit stammen zahlreiche Ostraka in aramäischer Sprache aus Nisa in Turkmenistan. Dabei handelt es sich vor allem um Wirtschaftstexte, Bestellungen der Palastküche.
Mit der Ausbreitung des Islam wurde das Aramäische zunehmend vom Arabischen zurückgedrängt; heute wird es in Form des Neu-Aramäischen in verschiedenen Dialekten nur noch in einigen Dörfern im Libanon, in Syrien und im Irak gesprochen.
Sprachen, die aus dem Alt- und Mittel-Aramäischen hervorgegangen sind, werden heute von ca. 7 Millionen Menschen gesprochen, die vornehmlich in Australien, in den USA, in Kanada, in Brasilien, in Argentinien, in Mexiko, im Libanon, in Jordanien, in Syrien, im Irak und in Europa leben.
Literatur
- Klaus Beyer, Einleitung, in: ders., Die aramäischen Texte vom Toten Meer, Göttingen 1984, S. 20–153 (Abriß der Sprachgeschichte von der Antike bis zur Moderne, geschrieben von einem der führenden Semitisten der Gegenwart)
Weblinks
- [http://www.Peshitta.org Syrisch-aramäische Bibel]
- [http://www.yauno.com/modules.php?name=News&file=article&sid=213 Artikel über die Geschichte der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien]
- [http://www.margabrielverein.de/mitteilung02/mitteilung7.htm Ist der Koran aramäischer Herkunft?]
Siehe auch: Sprache
Kategorie:Einzelsprache
Kategorie:Semitische Sprache
ja:アラム語
ko:아람어
Phönizische Schrift
Die phönizische Schrift ist eine linksläufige Konsonantenschrift aus 22 Zeichen in der Reihenfolge des Abdschad, die vom 11. bis 5. Jahrhundert v. Chr. in Palästina und Syrien verwendet wurde. Mit ihr wurde nicht nur die phönizische Sprache, sondern lange auch die aramäische, hebräische und andere semitische Sprachen geschrieben.
Sie wurde im 11. Jahrhundert v. Chr. von den Phöniziern durch Abstrahierung der protokanaanäischen Schrift erfunden, das älteste Zeugnis ist eine Inschrift auf dem Sarkophag des Ahiram von Byblos (um 1000 v. Chr.). Aus der Phönizischen Schrift entstanden die Aramäische Schriften, die Griechische Schrift, die in Karthago benutzte Punische Schrift und die Samaritanische Schrift und damit fast alle heutigen alphabetischen Schriften.
Siehe auch
- Phönizisches Alphabet
- Arabische Schrift,
- Byblos-Schrift,
- Hieroglyphen,
- Sampi (Tsade)
Kategorie:Alphabet
Kategorie:Schrift
Kategorie:Phönizier
ja:フェニキア文字
12. Jahrhundert v. Chr.
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Das 12. Jahrhundert v. Chr. begann am 1. Januar 1200 v. Chr. und endete am 31. Dezember 1101 v. Chr..
Zeitalter/Epoche
Ereignisse/Entwicklungen
- ca. 1190/80 v. Chr. - Zerstörung von Troja VIIa, wahrscheinlich durch Feindeinwirkung.
- zwischen 1194 und 1186 v. Chr. - Zerstörung des bedeutenden Handelszentrums Ugarit in Syrien, vermutlich durch auf Schiffen operierende Feinde.
- um 1180 v. Chr. - Zusammenbruch des hethitischen Großreichs.
- 1177 v. Chr. - Ramses III. besiegt die Seevölker.
- um 1175 v. Chr. - Die Philister werden in der palästinensischen Küstenebene ansässig (s. 1. Buch Samuel, 2. Buch Samuel, Inschriften Ramses III. in Medinet Habu, Großer Papyrus Harris).
- 1155 v. Chr. - Unter Ramses III. streiken die Grabstättenarbeiter
- frühes 12. Jh. v. Chr. - Zerstörung vieler mykenischer Zentren auf dem griechischen Festland (Pylos, Mykene, Tiryns, Iolkos etc.); damit verbunden ist der Zusammenbruch der Palastwirtschaft in Griechenland und offenbar eine starke Bevölkerungsabnahme in einigen Regionen.
- Einwanderungswellen von Griechenland (?) nach Südost-Anatolien und Zypern: mehrere Städte entstehen oder werden mykenisch geprägt.
- um 12. Jh. v. Chr. - Gründung der Stadt Artacoana (das heutige Herat) durch die iranischen Aria.
- Phryger breiten sich von der Troas nach Zentral-Anatolien aus.
- Ende der Regierungszeit Ramses VI..
Persönlichkeiten
- Nebukadnezar I., König von Babylonien
- Ramses III., ägyptischer Pharao der 20. Dynastie
- Suppiluliuma II., letzter hethitischer Großkönig
- Tiglatpilesar I., bedeutender assyrischer König
Erfindungen und Entdeckungen
00-12
ja:紀元前12世紀
RabbinerDer Titel Rabbiner ist ein religiöser Titel im Judentum und wird von hebräisch Rabbi oder aramäisch Rabbuni (Meister, Lehrer) abgeleitet. Andere Bezeichnungen sind auch Rebbe und Lehrmeister. Rabbi war um die Zeitenwende ein Ehrentitel jüdischer Schriftgelehrter. Auch Jesus von Nazaret wurde der Titel Rabbi beigelegt.
Zu den Aufgaben eines Rabbiners zählt die religiöse Lehre, und als Talmudkenner kommt ihm die Entscheidung in religiösen Fragen zu.
In liberalen Gemeinden leitet der Rabbiner oft die Schabbat- und Festtagsgottesdienste, wofür traditionell der Vorbeter (Chasan) oder Vorsänger zuständig ist.
Ein Rabbiner ist kein Priester, dem irgendwelche besonderen religiösen Aufgaben alleine zuständen. Den Segen z. B. kann jeder Jude oder jede Jüdin sprechen, weil dies nach jüdischer Ansicht keine besondere Vermittlerfunktion erfordert. Nicht der den Segen Sprechende segnet, sondern allein Gott segnet.
Deshalb kann im Grunde auch jedes dazu befähigte Mitglied einer jüdischen Gemeinde den Gottesdienst leiten, vorbeten, aus der Tora vorlesen usw. Sehr oft haben jedoch nur Rabbiner die dazu erforderlichen Kenntnisse. In den meisten liberalen Gemeinden muss der Rabbiner oder die Rabbinerin solche Aufgaben übernehmen, weil kein Kantor (Chasan) zur Verfügung steht.
Eine der wichtigsten Aufgaben eines Rabbiners ist heutzutage die Seelsorge für die Gemeindemitglieder und für Personen, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen (z.B. Konversionskandidaten).
Deutschlands einziges Rabbinerseminar ist das Abraham-Geiger-Kolleg in Potsdam, das im Wintersemester 2001/2002 seine Arbeit aufnahm. Bis 1939 gab es in Berlin und Breslau zwei Seminare.
Im Mai 2001 wurde an der Heidelberger Hochschule für jüdische Studien der Ignatz-Bubis-Lehrstuhl eröffnet. Es ist der erste Lehrstuhl für die Rabbinerausbildung in Deutschland seit 1941. (ruprecht Nr. 71)
Der Ober- oder Großrabbiner eines Landes oder einer Gemeinde gilt als die höchste religiöse Instanz dieses Landes. Das Großrabbinat in Palästina (später dem Staat Israel) besteht aus zwei Mitgliedern: die Briten installierten neben dem Oberhaupt der Sephardim, dem Rischon leTzion noch einen Raw haٌٌRaschi, den aschkenasischen Hauptrabbiner.
Siehe auch
- Abraham Geiger, Rabbi Hillel, Leo Baeck, Bet Din
- Morenu, Maran
- Portal:Religion, Portal:Bibel, Portal:Judentum
Literatur
- Rabb. Adin Steinsaltz: Persönlichkeiten aus dem Talmud.
- Dr. M. Braunschweiger: Die Lehrer der Mischna, Biographien der grossen Talmudgelehrten (Tannaim).
- Gerd A. Wewers: Geheimnis und Geheimhaltung im rabbinischen Judentum. Berlin; New York: de Gruyter, 1975. ISBN 3-11-005858-8
Kategorie:jüdischer Geistlicher
!
Kategorie:Judentum
ja:ラビ
2. Jahrhundert
Das 2. Jahrhundert begann am 1. Januar 101 und endete am 31. Dezember 200.
Es ist die Epoche der Antike.
Zeitalter/Epoche
- Das Römische Reich erreicht unter der Herrschaft der fünf Adoptivkaiser Nerva, Trajan, Hadrian, Antoninus Pius und Marcus Aurelius, die Blütezeit seiner Entwicklung: seine Ausdehnung reicht vom Persischen Golf bis zum Atlantik, das Straßennetz umfasst mit über 75.000 km nahezu das Doppelte des Erdumfangs. Es beherbergt nun rund 100 Millionen Einwohner, eine Zahl die später nie mehr erreicht werden wird.
- Im Kaiserreich China wird das Papier erfunden und damit die Voraussetzung Gedanken und Erfahrungen auf unkomplizierte Weise niederzulegen, weiterzugeben und aufzubewahren. Ein entscheidender Grundstein für die Weiterentwicklung der menschlichen Kultur ist gelegt.
Ereignisse/Entwicklungen
Politik & Gesellschaftsordnung
- der nach Kaiser Hadrian benannte Hadrianswall wird im 1. Viertel des 2. Jahrhunderts fertiggestellt; er dient zur Sicherung der römischen Besitztümer in Britannien
Kriege & Revolutionen
- der 2. Dakerkrieg (101 bis 106) findet statt
- Markomannen-Kriege (166 bis 180)
- drei Partherkriege
Kultur, Kunst, Wirtschaft & Soziales
- Hebammen werden im römischen Reich den Ärzten gleichgestellt (um 130)
Persönlichkeiten
- Hadrian, römischer Kaiser spanischer Herkunft. Sicherte das Reich auf friedliche Weise und gab fast alle Eroberungen Trajans wieder zurück; führte mit den Sklavenschutzgesetzen als erster Anfänge eines allgemeinen Menschenrechts ein
- Archigenes, römischer Arzt aus Syrien. Begründer der Zahnheilkunde
- Soranos, römischer Arzt aus Kleinasien. Begründer der wissenschaftlichen Frauenheilkunde und Geburtshilfe
- Antoninus Pius, römischer Kaiser aus Gallien. Wie Hadrian ein Verfechter der friedlichen Sicherung des Reiches. Verbot die Verfolgung von Menschen aus Glaubensgründen und erweiterte die Rechte der Sklaven
- Mark Aurel, römischer Kaiser. Erster Kaiser, der die Regierungsgewalt (mit seinem Bruder als Nebenkaiser) teilte
- Galen, griechischer Naturforscher und Leibarzt von Mark Aurel
- Herodes Atticus, griechisch-römischer Redner, Politiker und Mäzen.
- Marcus Cornelius Fronto, römischer Grammatiker, Redner und Anwalt.
- Ptolemäus, griechischer Mathematiker, Astronom und Geograph aus Ägypten. Setzte das von ihm aufgestellte rückschrittliche geozentrische Weltbild durch
- Julianus Salvius, römischer Rechtsgelehrter aus Nordafrika
- Septimius Severus, römischer Kaiser afrikanischer Herkunft
- Ardaschir, persischer König und Gründer des persischen Großreichs
- Montanus, Priester aus Kleinasien und selbsternannter Welterlöser
- Kalixt I., ehemaliger römischer Sklave und späterer Bischof Roms
- Caracalla, römischer Kaiser und Brudermörder wird geboren
- Hua To, der Erfinder der Narkose wird geboren
Einige der aufgelisteten Persönlichkeiten wurden schon gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts geboren und werden dennoch hier aufgeführt; andere wiederum wurden zwar in diesem Jahrhundert geboren werden aber erst im nächsten Jahrhundert aufgeführt. Dies rührt daher, dass es als Kriterium für die Aufnahme nicht entscheident war ob das Geburtsjahr in dieses Jahrhundert fällt, sondern ob das hauptsächliche Werk und Wirken der Person in diesem Jahrhundert stattfand. Freilich ist eine klare Abgrenzung dieser Art nicht immer möglich.
Wissenschaft, Forschung, Erfindungen & Entdeckungen
- Ptolemäus entwickelt das Ptolemäische Weltbild mit der Erde als Mittelpunkt des Weltalls
- der Chinese Cai Lun erfindet das Papier
- in Rom wird die Seife aus Fett, Pottasche und gebranntem Kalk entwickelt
- die Inder erkennen Zucker im Urin als Krankheitszeichen
- die wissenschaftliche Zahnheilkunde wird um 114 von Archigenes begründet
- im ausgehenden 2. Jahrhundert wird in Alexandria der Dampfkochtopf erfunden
- um 185 entdeckt Kleomedes, dass die Lufthülle der Erde die Sonnenstrahlen beugt
01-02
!
ja:2世紀
ko:2세기
th:คริสต์ศตวรรษที่ 2
Babylonische GefangenschaftDie Babylonische Gefangenschaft (auch Babylonisches Exil) ist eine Epoche in der Geschichte des jüdischen Volkes.
Der Beginn wird auf das Jahr 586 v. Chr. datiert, in dem der babylonische König Nebukadnezar II. Jerusalem eroberte und den Tempel zerstörte. Dies geschah im 19. Regierungsjahr des König Nebukadnezar II.. Anschließend wurde die jüdische Oberschicht in die Gefangenschaft nach Babylon verschleppt. Unter den Verschleppten waren auch die Propheten Daniel und Ezechiel sowie König Jojakim selbst. Der König erfuhr wohl in Babylon die übliche wohlwollende Behandlung eines unterworfenen Königs; Berichten der rabbinischen Geschichtsschreibung zufolge wurde ihm von Nebukadnezar im Laufe seiner 40 Jahre dauernden Gefangenschaft auch eine neue Frau zugeführt.
Im babylonischen Exil konnten die Juden ihre nationale und religiöse Identität bewahren.
Die in und um Babylon angesiedelten Juden assimilierten sich dann recht schnell in die babylonische Gesellschaft. So tauchen bald jüdische Namen auf Inschriften auf, die belegen, dass Juden im Hofstaat und im Militär Nebukadnezars Karriere machen konnten. Auch gibt es Berichte über jüdische Bankiersdynastien. Diese schnelle Assimiliation war wohl auch der Grund, warum im Alten Testament ein recht düsteres Bild der Babylonischen Gefangenschaft gezeichnet wird.
Um zu verhindern, dass die Eigenart der Juden komplett im Vielvölkergemisch Babylons verschwand, betonten die jüdischen Theologen und Gelehrten die Besonderheit des Judentums und vor allem des jüdischen Glaubens. So wurde die babylonische Gefangenschaft ironischerweise zu einer der fruchtbarsten Zeiten der jüdischen Theologie. Erst in dieser Zeit entwickelte sich wahrscheinlich der rigorose Monotheismus. Mit der Zerstörung des Tempels in Jerusalem durch Nebukadnezar endete die Fixierung der Juden auf den Tempel, als alleinigen Ort des Gebets, und es entstanden die ersten Synagogen.
Nach der Eroberung des babylonischen Reiches erlaubte der Perserkönig Kyros II. den Gefangenen ab 537 v. Chr. die Rückkehr in ihre Heimat, um den Tempel wiederaufzubauen, welcher dann im März 515 soweit fertig gestellt war, dass die Juden ihren Kultus in Jerusalem wieder aufnehmen konnten. Ein Teil blieb jedoch in Babylon zurück und bildete dort ein kulturelles jüdisches Zentrum. Aus den dort geführten Diskussionen der Schriftgelehrten entstand im 6. Jhd. n. Chr. der babylonische Talmud.
Wie die Juden ihre Lage während des Exils empfanden, kommt sehr gut im Psalm 137 zum Ausdruck
An den Wassern zu Babel saßen wir und weinten, wenn wir an Zion gedachten. Unsere Harfen hängten wir an die Weiden dort im Lande. Denn die uns gefangenhielten, hießen uns dort singen und in unserm Heulen fröhlich sein: "Singet uns ein Lied von Zion!" Wie könnten wir des HERRN Lied singen in fremdem Lande? Vergesse ich dich, Jerusalem, so verdorre meine Rechte. Meine Zunge soll an meinem Gaumen kleben, wenn ich deiner nicht gedenke, wenn ich nicht lasse Jerusalem meine höchste Freude sein. HERR, vergiß den Söhnen Edom nicht, was sie sagten am Tage Jerusalems: "Reißt nieder, reißt nieder bis auf den Grund!" Tochter Babel, du Verwüsterin, wohl dem, der dir vergilt, was du uns angetan hast! Wohl dem, der deine jungen Kinder nimmt und sie am Felsen zerschmettert! (Lutherbibel revidierte Fassung von 1984)
Reflexionen in der Neuzeit
Luther verwendet den Begriff im übertragenen Sinne und spricht von der "Babylonischen Gefangenschaft der Kirche", um Missstände in der damaligen katholischen Kirche aufzuzeigen, die er in Irrtümern und falschen Abhängigkeiten quasi gefangen und entführt sah (siehe auch Avignonesisches Papsttum).
Vor dem Hintergrund der Babylonischen Gefangenschaft spielt die Oper Nabucco von Giuseppe Verdi. Auch der Hit "Rivers of Babylon" von Boney M. beschreibt dieses Ereignis
siehe auch Geschichte des jüdischen Volkes Nebukadnezar II. Palästina (Region)
Literatur
Kategorie:Antike
Kategorie:Jüdische Geschichte
Kategorie:Altes Testament
ja:バビロニア捕囚
Duktus (Linguistik)In den Sprachwissenschaften ist der Duktus ein bestimmtes Charakteristikum beim Schreiben oder beim Sprechen.
In der Handschrift bezieht er sich auf die Führung der schreibenden Hand und meint den Schreibstil, das Charakteristische einer persönlichen Handschrift.
Bei der Sprache bezieht sich Duktus auf den Ausdruck des Gesprochenen oder Geschriebenen und meint den Sprachstil, das Charakteristische einer persönlichen Sprache, d.h. die Art zu sprechen, zu reden.
Kategorie:Linguistik
QuadratschriftDie Quadratschrift (ketab meruba) ist die heute übliche Variante des hebräischen Alphabets, deren Ursprünge etwa ab 500 v. Chr. nachweisbar und aus dem phönikischen Konsonantenalphabet als Geheimschrift abgeleitet wurden. Erste Beispiele entstammen der Zeit der Makkabäer (167-161 v. Chr.. Die erste datierte Handschrift stammt aus dem Jahr 896 n. Chr.
Stile
Die wichtigsten Stile der Quadratschrift sind:
- Ägyptischer Stil
- Babylonischer Stil
- Persischer Stil
- Jemenitischer Stil
- Westlicher Stil
- Spanischer Stil
- Griechischer Stil
- Italienischer Stil
- Französischer Stil
- Aschkenasischer Stil
- Karäischer Stil
Siehe auch
- Kursivschrift
- Raschi-Schrift
- Nekkudim
- Teamim
Kategorie:Schrift
Kategorie:Hebräisch
Kategorie:Judentum
SamaritanerDie Samaritaner sind wie Juden eine religiöse Gruppierung. Ethnisch bilden sie ein Mischvolk aus den "Restisraeliten", die im Jahre 722 v. Chr. bei der großen assyrischen Deportation der Bevölkerung daheim blieben, und den von der Assyrischen Grossmacht dort Angesiedelten. Es wurden aber wohl nur die "oberen Zehntausend" der israelitischen Bevölkerung deportiert. Als das Jüdische Volk nach seiner Rückkehr aus der Babylonische Gefangenschaft den Tempel in Jerusalem neu errichtete, galt die Bevölkerung Samarias als "unrein" und wurde nicht als gläubig akzeptiert - siehe Esra 9 und Nehemia 9 -.
Geschichte
Nach biblischen Quellen haben sich die 10 Stämme im Norden Israels nach der Teilung des Königreichs Israel durch Auflösung der Personalunion unter Saul, David und Salomo 926 v. Chr. zum Staat Israel mit einem Wahlkönigtum zusammengeschlossen. Die Hauptstadt wurde bald
Samaria, und die Bevölkerung wurde später nach dieser Stadt "Samariter" oder "Sameritaner" genannt.
Samaritaner im Mittelalter und der Neuzeit
Waren die Samaritaner im Mittelalter noch ein recht zahlreiches Volk, so sank ihre Zahl im Zuge von Christianisierung und Islamisierung extrem. Die Samaritaner praktizieren, auch zu ihrem eigenen Schutz, eine strenge Endogamie. Im Jahre 1918 zählten die Briten im damaligen Mandatsgebiet Palästina 146 Samariter in fünf miteinander verwandten Familien, davon eine Priesterfamilie. Die wohlwollende Einstellung der Zionisten hat wohl die letzten Samaritaner vor dem Untergang bewahrt. Seit 1923 ist den Samaritanern auch die Heirat mit Juden erlaubt, wenn diese zur Religion der Samaritaner übertreten. Das geschah dann auch und einige Jüdinnen traten über und heirateten Samaritaner. Seitdem ist ihre Zahl wieder angestiegen und betrug 1996 wieder über 660 Personen. Die Samaritaner leben heute in Cholon in der Nähe von Tel Aviv sowie in Nablus im Westjordanland. Es gibt nur fünf Familienverbände. Die Trennung in zwei etwa gleich große Gruppen von denen eine, die in Cholon, stark von der israelischen Gesellschaft beeinflusst wurde, und eine andere, die ihre arabisch-orientalischen kulturellen Bräuche aufrecht erhielt, führte zu gewissen Loyalitäts- und Identitätsproblemen. Die Gruppe in Cholon spricht z.B. vorwiegend Hebräisch, die Gruppe in Nablus Arabisch. Seit der Intifada wurden mehrmals Samaritaner von israelischen Soldaten für Palästinenser gehalten und sehr harsch behandelt, was die Gespaltenheit nur noch verstärkt hat.
Religion der Samaritaner
Die Samaritaner erkennen als Bibel nur die Autorität der fünf Bücher Mose (Pentateuch, Tora) an, die sie in einer eigenen, der ursprünglichen hebräischen Schrift schreiben, die auf dem phönizischen Alphabet basiert (die heutige hebräische Schrift ist eigentlich eine aramäische Schrift, die von den Juden erst während des Babylonischen Exils übernommen wurde). Darüber hinaus haben sie eine eigene Überlieferungs- und Aussprachetradition ihrer heiligen Schriften und der althebräischen Sprache erhalten können, für Bibelwissenschaftler eine Fundgrube.
Die Samaritaner haben auch viele Bräuche des alten Judentums aus der Zeit vor der Zerstörung des Tempels und teilweise sogar aus der Zeit vor dem babylonischen Exil bewahrt. Beispielsweise kennen sie bis heute das Hohepriestertum und das Tieropfer und feiern ihr Neujahr im Frühling, nicht wie die Juden im Herbst.
Hohepriester
Die Samaritaner haben einen eigenen Hohepriester, der auf dem Berg Gerizim residiert.
Die Hohepriester der Vergangenheit waren:
- Sashai Mitte 1000er v. Chr.
- Bakhi
- Shebet
- Shalom
- Hezekiah I.
- Jonathan I. c. 1000 v. Chr.
- Yair c. 980 v. Chr.
- Daliah
- Yair II.
- Jonathan II.
- Ishmael
- Tobiyah
- Zadok
- Amram I.
- Hilkiah
- Amram II.
- Akob I.
- Akabiah I. ca. 701 v. Chr.
- Hillel
- Seriah
- Levi
- Netaniel I.
- Azariah ca. 586 v. Chr.
- Abdael um 530er v. Chr.
- Hezekiah II.
- Hananiah
- Amram III. ca. 500 v. Chr.
- Hana
- Hezekiah III.
- Daliah
- Akob II.
- Akabiah II.
- Levi I.
- Eleazar II.
- Menasseh
- Yair III.
- Netaniel II.
- Joiachim um 0
- Jonathan III. ca. 30 n. Chr.
- Elishama ca.70er
- Shemaiah
- Tobiah
- Amram IV.
- Akabon I.
- Phineas II.
- Levi II. um 130er
- Eleazar III.
- Baba I.
- Eleazar IV.
- Akabon II.
- Netaniel III. (Vater von Baba Rabba)
- Baba Rabba Mitte 300er
- Akabon III.
- Netaniel IV.
- Akabon IV.
- Eleazar V.
- Akabon V.
- Eleazar VI.
- Akabon VI. spätes 6. Jh.
- Eleazar VII.
- Netaniel V. frühes 7. Jh.
- Eleazar VIII. ca. 630
- Netaniel VI.
- Eleazar IX. 640-650
- Akabon VII.
- Eleazar X.
- Akabon VIII.
- Eleazar XI.
- Akabon IX. um 750er
- Eleazar XII. 780-810
- Simeon
- Levi III.
- Phineas III.
- Netaniel VII.
- Baba II.
- Eleazar XIII.
- Netaniel VIII.
- Eleazar XIV.
- Phineas IV.
- Netaniel IX.
- Abdael II.
- Eleazar XV.
- Abdael III.
- Eleazar XVI.
- Aaron II.
- Sadakah
- Amram V.
- Aaron III.
- Netaniel X.
- Itamar
- Amram VII.
- Uzzi
- Joseph
- Phineas V. spätes 13. Jh.
- Eleazar XVII.
- Phineas VI. der Nazarite
- Abisha
- Eleazar XVII.
- Phineas VIII.
- Rabban Shalmiya ben Phineas ? -1624
- Tsedaka ben Tabiyya Ha'abta'ai 1624-1650
- Isaac ben Tsedaka 1650-1694
- Abraham ben Isaac 1694-1732
- Tabiyya ben Isaac 1732-1752
- Levi ben Abraham 1752-1787
- Shalmah ben Tabiyyah der Große 1787-1855
- Shelah ben Isaac (1787-1799)
- Amram ben Shalmah 1855-1874
- Jacob ben Aaron ben Shalmah 1874-1916
- Isaac ben Amram 1916-1932
- Matzliach ben Phinhas 1933-1943
- Abrisha ben Phinhas 1943-1961
- Amram ben Isaac 1961-1980
- Asher ben Matzliach 1980-1982
- Shafiq Uzzi ben Jacob 1982-1984
- Jacob ben Shafiq 1984-1987
- Joseph ben Ab-Hisda 1987-1998
- Levi ben Abisha 1998-2001
- Shalom ben Amram 2001-2004
- Eleazar ben Tzedakah 2004-
Siehe auch
- Portal:Bibel
Weblinks
- [http://members.aon.at/bjaros/SichemArea.htm Ausführliche Infos über die Geschichte der Samaritaner]
- [http://www.the-samaritans.com Englischsprachige Homepage der Samaritaner]
Kategorie:asiatische Ethnie
Kategorie:Judentum
Kursivschrift (Hebräisch)Die moderne hebräische Kursivschrift entstand in Folge der Neubelebung der |